Neue Pläne: Hochhäuser im Grünen

Vorbild Grindelhochhäuser: In Hamburg soll wieder richtig in die Höhe gebaut werden. (Foto: Frank Nocke)
 
Beim Wohnungsbau ist noch Luft nach oben.

Wohnungsbau: Rot-Grün will Parks bebauen – ein April-Scherz!

Hamburg braucht dringend Wohnungen. Viele, schnell und günstig. Für Eimsbüttel setzen die rot-grünen Koalitionäre im Rathaus da auf ungewöhnliche Lösungen: Hochhäuser in Parkanlagen! Die Rückkehr einer totgeglaubten Architektur – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist da geplant?
Vor allem in Eimsbüttel sollen die relativ wenigen städtischen Flächen massiv für Wohnungsbau genutzt werden. Da im dicht bebauten Kerngebiet an sich nur noch Grünflächen und Parks übrig bleiben, werden diese nun bebaut, erfuhr das Elbe Wochenblatt am Rande der Koalitionsverhandlungen im Hamburger Rathaus. Unter anderem sind bis zu zwölfgeschossige Neubauten im Innocentiapark, Wehbers Park, Am Weiher, im Schanzenpark und auf der Grünfläche neben der Stadtteilschule Stellingen geplant. Auch das Grün entlang des Isebekkanals gerät wieder ins Visier: Dort ist unter dem Schlagwort „Wohnen am und über dem Wasser“ von „innovativer Architektur mit hohem Leuchtturmpotenzial“ die Rede.

Wer kommt denn auf solche Ideen?

Die Pläne stammen offenbar aus den Reihen der Eimsbütteler SPD. Hintergrund: Obwohl sehr viele Neubauten genehmigt werden, entstehen im Bezirk nur sehr wenige günstige, öffentlich geförderte Wohnungen. Da will der Senat nun offenbar klotzen statt kleckern: Die Wohnungsgesellschaft Saga soll auf städtischen Flächen große Einheiten zu günstigen Mieten hochziehen. Der grüne Koalitionspartner in spe stellte sich zunächst quer, konnte dem massiven Druck der SPD aber nicht standhalten. Es wird vermutet, dass die Grünen für das Hochhaus-Zugeständnis endgültig den Senatorenposten in der Stadtentwicklungsbehörde zugesprochen bekommen. Das Kalkül: Wenn die Grünen da am Ruder sind, können sie die größten Grausamkeiten noch verhindern – ähnlich wie beim Kohlekraftwerk Moorburg.

Was sagen Bezirkspolitiker?
Die Kommentare reichen von „politischer Selbstmord“ bis hin zu „endlich mal was Gescheites aus dem Rathaus“. Neu sind solche Szenarien nicht: Eimsbütteler Stadtplaner brachten vor Jahren bereits billige Neubauten an Hauptverkehrsstraßen und Hochhaus-Architektur ins Spiel. „Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zu unserer Vision vom Manhattan des Nordens“, sagt ein leitender Behördenvertreter. „Wir freuen uns! Eimsbüttel braucht viele günstige Wohnungen mit Aufenthaltsqualität im Grünen, um den sozialen Mix zu erhalten.“


Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das war ein April-Scherz, wie die meisten von Ihnen sicherlich bemerkt haben. Allerdings war unsere erfundene Geschichte wohl so nah an der Realität, dass es viele geglaubt haben. Wir hörten, dass in Eimsbüttel vor allem ältere Menschen sehr traurig waren über solche Pläne. Es sollen Tränen geflossen sein. Anscheinend ist es nicht so abwegig, dass für politische Ziele alles geopfert wird, was Lebensqualität bedeutet. Grünflächen, Freiflächen? Weg damit. Und anscheinend traut man den Politikern heute auch alles Schlechte zu. Wir sind Realisten: Heute stehen Parks und Grünflächen als Bauland noch nicht zur Diskussion, in ein paar Jahren kann das anders sein. Wachsam bleiben!
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4 Kommentare
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Björn Meyer aus Eimsbüttel | 01.04.2015 | 21:59  
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Hartmut Janssen aus Altona | 02.04.2015 | 00:39  
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Dirk Heldt aus Finkenwerder | 02.04.2015 | 15:45  
Carsten Vitt aus Eimsbüttel | 02.04.2015 | 16:53  
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