Neue Notunterkünfte – und neue Sozialwohnungen!

Der ehemalige Medimax-Elektronikmarkt an der Kieler Straße (Archivbild) wird zu einer Notunterkunft für bis zu 450 Menschen.

Wie der Bezirk Eimsbüttel Flüchtlinge unterbringen will

Hunderte Flüchtlinge sind seit voriger Woche in ehemaligen Baumärkten untergekommen: Die Stadt versucht überall leerstehende Gewerbeflächen als Notunterkünfte zu nutzen – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was passiert wo?

Das Kerngebiet von Eimsbüttel hat kaum Platz für Flüchtlinge. Daher entstehen derzeit vor allem in Eidelstedt, Schnelsen und Stellingen Großunterkünfte für insgesamt gut 2.700 Menschen. Im ehemaligen Praktiker-Baumarkt am Hörgensweg sind 850 Schutzsuchende einquartiert worden – unter zunächst mangelhaften hygienischen Zuständen. Der seit November 2014 leerstehende Medimax-Elektronikmarkt in Stellingen wird die nächste Unterkunft. Diese Woche sollen in der Kieler Straße 433 bis zu 450 Menschen einen Schlafplatz bekommen.

Gibt es keine Wohnungen?
Kaum. Im Moment geht es für die Behörden darum, möglichst schnell möglichst vielen Menschen irgendwo ein Dach über dem Kopf zu bieten. Allerdings will der Senat bis Ende nächsten Jahres pro Bezirk 800 Sozialwohnungen in einem Eilverfahren bauen lassen.

Wo im Bezirk Eimsbüttel?

Derzeit stehen drei Flächen im Mittelpunkt: Erstens ein Grundstück an der Ecke Duvenacker / Niendorfer Gehege in Eidelstedt (1,1 Hektar groß, reicht für etwa 100 Wohnungen). Zweitens ein Areal im Ellerbeker Weg in Schnelsen (2,3 Hektar groß, etwa 230 Wohnungen). Drittens das sogenannte Luserke-Gelände am Hörgensweg (ehemals Gartenbaubetrieb Süptitz) in Eidelstedt. Vor kurzem war hier noch von einem Containerdorf für tausende Menschen die Rede. Nun soll die Fläche offenbar mit Wohnhäusern bebaut werden. Nach Wochenblatt-Informationen gibt es Gespräche mit dem Eigentümer, der Isaria Wohnbau AG in München. Es gilt als recht sicher, dass die Fläche zur Verfügung steht. Dort könnten vermutlich 200 bis 300 Wohnungen entstehen.

Wer bezahlt das?

Private Investoren oder Genossenschaften sollen bauen, die Stadt zahlt Zuschüsse, wie sonst auch beim sozialen Wohnungsbau. Günstige Mieten werden über 15 bis 30 Jahre festgeschrieben. Pro Wohnung kostet das die Stadt bei einer Belegung über 30 Jahre etwa 70.000 Euro.
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