Nachbarn online treffen

Noch können sich Erfinder und Nutzer des Internet-Portals „Niriu“ persönlich treffen: Die Computerexperten Babak Ghanadian und Cédric Trigoso sowie Mit-Texterin Julia Molina mit Vida Mehr und Katrin Bergstein (v.l.), die sich über die Plattform kennengelernt haben. Foto: rs

Internetportal "Niriu" hilft beim Leute-Kennenlernen

Von Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Wie lernt man in der Großstadt nette Leute kennen? In die Disco gehen? Oder abends allein in der Kneipe sitzen, wo Cliquen und Pärchen unter sich bleiben wollen? Drei junge Leute haben kürzlich im Internet eine Plattform gegründet, die es ermöglichen soll, Freunde in der Nachbarschaft zu finden, ohne – zunächst einmal – die Wohnung verlassen zu müssen. Seit dreieinhalb Monaten gibt es www.niriu.com, wo sich Leute einloggen können, die etwas unternehmen, etwas tauschen, leihen oder borgen möchten oder Hilfe und Unterstützung suchen. „Niriu“ ist ein Fantasiewort, das sich an das englische „near vou“ anlehnt. Auf Deutsch: dir nahe.
Köpfe dieses Projekts sind die Computerexperten Babak Ghanadian und Cédric Trigoso sowie Mit-Texterin Julia Molina. „Unsere Philosophie bestand am Anfang darin, kleine Events ins Leben zu rufen und die Teilnehmer das selbst organisieren zu lassen“, sagt Ghanadian, gebürtiger Franzose mit iranischen Wurzeln. Ein Event – also ein Ereignis – bestand etwa aus einem „Danke-Schön-Barbecue“ an der Alster. In gewisser Weise spielte die eigene Situation eine wichtige Rolle bei der Idee zu der Plattform, schildert Ghanadian, der 2008 nach Hamburg kam: „Ich hatte damals kaum Kontakte und sagte mir, dass es vielen Menschen ähnlich gehen müsste.“
Keine falsche Einschätzung. Das Projekt hat Erfolg, rund 550 Internet-Nutzer haben sich bereits bundesweit angemeldet, etwa 200 allein in Hamburg. Zwei von ihnen sind Katrin Bergstein und Vida Mehr. „Man trifft einfach nicht mehr so viele Menschen wie noch früher an der Uni“, schildert Ex-Studentin Katrin Bergstein. „Ich hatte jemanden zum Joggen gesucht und dann auch gefunden: Vida“, sagt die 36-Jährige. Zudem suchte sie jemanden, der ihr Fahrrad repariert und Bücher tauschen wollte.
„Ich hatte eigentlich ein Fahrrad gesucht und bin dabei auf Katrin gestoßen“, sagt Vida Mehr, deren Freunde alle in anderen Stadtteilen leben. Freunde in der Nachbarschaft hat sie mittlerweile gefunden – allerdings immer noch kein Fahrrad.
www.niriu.com
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