Monat des Gedenkens in Eimsbüttel: Der ETV, die NS-Zeit und die Familie Glückstadt

Wann? 04.05.2016 17:00 Uhr bis 04.05.2016 19:00 Uhr

Wo? ETV-Sportzentrum, Bundesstraße 96, 20144 Hamburg DE
Hamburg: ETV-Sportzentrum | Der Eimsbütteler Turnverband e.V. (ETV) lädt am 04. Mai 2016 zwischen 17 und 19 Uhr zu einem Rundgang der besonderen Art ein. Im Rahmen des Eimsbütteler Monats des Gedenkens (20. April -31. Mai) findet auch eine Veranstaltung beim ETV statt: der Vorsitzende des Vereins, Frank Fechner, berichtet über die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte des ETV und zeigt die „Steine des Antoßes“ an der Fassade der historischen Turnhalle. Anschließend skizziert der Historiker Marut Perle die Geschichte der jüdischen Familie Glückstadt, die bis zur NS-Zeit Mitglieder des ETV waren. Der Eintritt ist frei.
Seit 2009 befasst sich der ETV offensiv mit seiner nationalistischen Vereinsgeschichte. Mehrere Historiker erforschten seither die Bedeutung der Turnerkreuze an der Fassade der Großen Halle des ETV-Sportzentrums in der Bundesstraße, welche zwischen 1908 und 1910 erbaut wurde. Auch die Geschichte eben dieser Sporthalle im zweiten Weltkrieg wurde erforscht, da sie als Getreidespeicher und Zwangsarbeiterlager diente. Der ETV-Vorsitzende Frank Fechner berichtet im Rahmen eines Rundgangs vom Prozess der Erforschung und Aufarbeitung und zeigt, wie der Verein heute mit seiner Geschichte umgeht.

In den Fokus der Studien kamen auch die Biografien und Schicksale ehemaliger jüdischer Mitglieder. Der Publizist und Historiker Marut G. Perle erinnert im zweiten Teil der Veranstaltung an drei Mitglieder der Familie Glückstadt: ETV-Mitglied Richard Glückstadt flüchtete bereits 1933 mit seiner Familie nach Belgien. Er starb 1940 an den Folgen der Gestapo-Haft in Brüssel. Die ETV-Mitglieder Rudolf und sein jüngerer Bruder Max Glückstadt flüchteten 1939 nach Bolivien und England. Marut Perle wird über diese Familiengeschichte berichten. Der ETV freut sich auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher, der Eintritt ist frei.

Der Monat des Gedenkens

Die Arbeitsgemeinschaft „Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel – Erinnern an Opfer und Widerstand während des NS-Regimes“ organisiert unter dem Motto „Gedenken und Erinnern beginnt in unserer Nachbarschaft“ bereits zum dritten Mal den Monat des Gedenkens mit rund 50 Veranstaltungen und Projekten. Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer und den Widerstand während des NS-Regimes gibt es seit Jahrzehnten in Hamburg-Eimsbüttel. Erinnerungsorte sind überall im Bezirk verteilt. Nach dem Beschluss der Bezirksversammlung Eimsbüttel im Jahr 2013 zur Einrichtung eines Gedenkmonats gründete sich eine offene Arbeitsgemeinschaft, die als Plattform und Netzwerk agiert und in der alle mitwirken können, die sich an Veranstaltungen beteiligen bzw. eigene Aktivitäten entwickeln möchten.
Quelle und Kontakt: www.gedenken-eimsbuettel.de, info@gedenken-eimsbuettel.de

Der Eimsbütteler Turnverband (ETV) und die NS-Zeit
mit Frank Fechner, ETV-Vorsitzender & Margut G. Perle, Publizist
4. Mai 2016, 17-19 Uhr
ETV-Sportzentrum, Bundesstraße 96, Oberhaus (I. OG)
Eintritt frei
www.etv-hamburg.de / www.gedenken-eimsbuettel.de
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