Mörderisches Theater im Zwischenraum Eimsbüttel

Wann? 22.09.2011 20:00 Uhr

Wo? zwischenraum, Müggenkampstraße 43, 20257 Hamburg DE
Mörder und Gutachter: Szene aus die „Die Haarmann-Protokolle“. Foto:pr
Hamburg: zwischenraum |

"No Budget-Produktionen" spielen die Haarmann-Protokolle

Von Sabine Deh, Eimsbüttel –
Der Hannoveraner Fritz Haarmann wurde im Dezember 1924 wegen der brutalen Morde an 24 Jungen im Alter von zehn bis 22 Jahren zum Tode verurteilt. Im Zwischenraum, Müggenkampstraße 43, wird am Donnerstag, 22. September, um 20 Uhr erstmals das Theaterstück „Die Haarmann-Protokolle“ der no budget-Produktions-Gruppe aufgeführt.
Das Theaterstück basiert auf den protokollierten Gutachtergesprächen, die der Gerichtspsychologe Ernst Schultze vor mit dem homosexuellen Fritz aarmann, genannt der „Werwolf von Hannover“, geführt hat. Seine Opfer, die Haarmann stets als „seine Puppenjungs“ bezeichnete, tötete er durch einen Biss in den Hals, bevor er die Leichen zerstückelte und im Fluss Leine versenkte. Nach Haarmanns Festnahme wurde der Wasserstand des Stroms mit Hilfe eines Wehrs gesenkt. Im Flussbett wurden menschliche Knochenstücke geborgen, die mindestens 22 Personen zugeordnet werden konnten. Der sadistische Mörder konnte sich nur noch an wenige Namen erinnern. Um die Identität der Opfer zu klären, musste die Polizei deren Kleidungsstücke öffentlich ausstellen.
Die dramatische Theater-Dokumentation gibt Einblick in die gesellschaftliche Situation der Weimarer Republik - sowohl in Bezug auf die unfassbaren Umstände der Taten Haarmanns als auch auf die Angst vor Homosexuellen und das reaktionäre Psychatrieverständnis Schultzes als Vertreter der damaligen Obrigkeit.
Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt vier Euro.
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