Möbelkeller hat sich vergrößert

Sozialkaufhaus hat nun 25 statt zuvor fünf Mitarbeiter

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

Vor rund zweieinhalb Jahren wurden dem Möbelkeller Eimsbüttel sämtliche Gelder gestrichen. Das Projekt stand kurz vor dem Aus. Nur durch den fleißigen Einsatz ehrenamtlicher Helfer schaffte es das Sozialkaufhaus am Doormannsweg damals (Träger: Mook Wat e. V.), über die Runden zu kommen. Nun scheint die Einrichtung nicht nur gerettet zu sein, sondern sie hat sich auch deutlich vergrößert: Aus anfänglich 400 Quadratmetern Verkaufsfläche sind im Laufe der Zeit mehr als 700 Quadratmeter geworden. Statt – wie zu Beginn – fünf, werden nun 25 Mitarbeiter beschäftigt. Zusätzlich konnten für den Möbeltransport gleich zwei neue Fahrzeuge – ein größerer Lieferwagen und ein Sprinter – angeschafft werden. Noch vor Kurzem hätte wohl niemand vermutet, dass sich das Projekt noch einmal so positiv entwickeln würde. „Es ist schon eine Herausforderung, dass wir so schnell gewachsen sind“, sagt Anleiterin Yvonne Berendonk.Möglich wurde der rasante Aufschwung durch eine Kombination von vier Beschäftigungsmodellen: So sind insgesamt neun Mitarbeiter über so genannte „Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine“ (AVGS) angestellt, die eine Laufzeit von zwei bis zwölf Monaten haben und vom Jobcenter vergeben werden. Für das Förderprogramm „Tagwerk“ (acht Stellen im Möbelkeller) zeichnet die Sozialbehörde (BASFI) verantwortlich. Die beiden Fördermaßnahmen „Soziale Teilhabe“ und „Staffel“ (je sieben Teilnehmer) sind Gemeinschaftsprojekte vom Bund und von der BASFI. Das „Staffel“-Programm wendet sich explizit an Flüchtlinge und ist zudem sozialversicherungspflichtig.Der Möbelkeller bietet gebrauchte Möbel und andere Haushaltsgegenstände zu kleinen Preisen an. Die Beschäftigten sind Langzeitarbeitslose, ehemalige Suchtabhängige, psychisch Erkrankte und Haftentlassene, die versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen. Fünf von ihnen sind Frauen, die Altersspanne reicht von Anfang 20 bis über 60 Jahre.
„Viele haben noch nie gearbeitet, hier lernen sie zum ersten Mal berufliche Alltagsstruktur kennen“, erklärt Berendonk. Spätestens 2018/2019 laufen die Fördermaßnahmen aus. Berendonk ist optimistisch: „Wir vertrauen darauf, dass es irgendwie weitergeht.“

Möbelkeller
Doormannsweg 4320259 Hamburg
Öffnungszeiten:Mo., Di., Do., 10-18 UhrMi., Fr., 10-16 Uhr
Tel. 32 96 32 66
❱❱ moebelkeller.mookwat.de/
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