Möbelkeller Eimsbüttel: gerettet!

Rettung in letzter Minute: Das Team des Möbelkellers freut sich, dass es in dem Sozialkaufhaus in der Heinrichstraße 14 weitergehen kann.

Finanzierung und Stellen des sozialen Betriebs sind bis Ende 2014 gesichert

Es war knapp: Vor einigen Wochen stand der Möbelkeller in Eimsbüttel ohne Geld für das Personal da. Die Stellen waren gestrichen worden, der Mietvertrag für die Räume in der Heinrichstraße 14 war bereits gekündigt. Doch es kann weitergehen. Der Trägerverein „Mook Wat“ hat es geschafft, Geld für neue Stellen zu bekommen.
Thorsten Fenske und sein Team sind froh. „Das war Rettung in letzter Minute“, sagt der Leiter des Möbelkellers. Sechs Angestellten kann er jetzt wieder eine bezahlte Arbeit und Perspektiven bieten. Die Rettung kam von einem Projekt namens Bürgerarbeit, das mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF)finanziert wird. „Mook Wat“ erhielt für den Möbelkeller den Zuschlag. Bis Ende 2014 sind die Stellen gesichert.
Vier ehemalige Mitarbeiter können weiter beschäftigt werden, zwei neue sind dazu gekommen. Es sind Langzeitarbeitslose oder ehemals Obdachlose, die zum einen Hartz IV oder staatliche Unterstützung erhalten und sich als „Bürgerarbeiter“ noch Geld dazu verdienen. Der Job soll den Angestellten helfen, wieder eine feste reguläre Arbeitsstelle zu bekommen.
Fenske und Sozialarbeiter Timo Tammena sind sich sicher, dass ihre Mitarbeiter dabei gute Chancen haben: „Sie leisten erstklassige Arbeit und übernehmen selbst Verantwortung. Die Leute sind motiviert und identifizieren sich mit der Arbeit.“ Laut Fenske fänden etwa 70 Prozent seiner Mitarbeiter nach ihren Jobs im Möbelkeller wieder eine Stelle.
Was bietet der Betrieb? Menschen mit wenig Geld können sich hier Betten, Schränke, Couchgarnituren, Waschmaschinen, Regale und allerlei andere Wohnutensilien zu günstigen Preisen kaufen. Die Möbel sind Spenden. Das Team holt sie ab und arbeitet sie auf. Nach dem Verkauf wird die Ware auch zu den Kunden nach Hause geliefert. In der Heinrichstraße gibt es den Möbelkeller bereits seit 17 Jahren.
Ins Schlingern war der Betrieb geraten, weil Ende 2011 sogenannte Ein-Euro-Stellen gestrichen worden waren. Fünf Mitarbeiter machten danach dennoch ehrenamtlich weiter.

Finanzierung und Spenden
Der Möbelkeller will durchstarten: Der Betrieb soll sich bis Ende des Jahres selbst tragen. Dafür muss der Umsatz steigen. Helfen kann da die Unterstützung des Hamburger Spendenparlaments: 5.725 Euro hat der Möbelkeller erhalten, um für sich zu werben. „Das konnten wir bisher noch nie, das hilft uns enorm weiter“, freut sich Sozialarbeiter Timo Tammena.
Die Stellen konnten über das Projekt „Bürgerarbeit“ gesichert werden. Es sind sozialversicherungspflichtige Jobs. Voraussetzung: Die Arbeit muss gemeinnützig sein.
Um ein gutes Angebot zu haben, ist der Möbelkeller weiterhin auf Spenden angewiesen. Wer gebrauchte Möbel abgeben möchte, erreicht das Team zu den Öffnungszeiten, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, unter 32 96 32 66.
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