Möbelkeller Eimsbüttel droht das Aus

André Jünke (l.) und Thorsten Fenske hoffen, die Schließung des Möbelkellers doch noch verhindern zu können. (Foto: ar)

Kein Geld, keine Leute: Soziales Projekt kämpft ums Überleben

Von Anne Rose, Eimsbüttel – Wer kein Geld für neue Möbel hat, der findet im Möbelkeller in der Heinrichstraße günstig eine Einrichtung. Ein gebrauchtes Sofa für 20, ein Kühlschrank für 25 Euro - dazu von Geschirr bis Lampenschirmen alles für den Haushalt.
Seit 1997 gibt es das Projekt, das zum Verein Mook Wat e.V. gehört. Gespendete Möbel werden abgeholt, aufgearbeitet und zum Selbstkostenpreis weiterverkauft. Die Nachfrage steigt, immer mehr Kunden stöbern durch das große Angebot. Trotzdem steht der Möbelkeller vor dem Aus.
„Ohne die Unterstützung der Ein-Euro-Kräfte geht es nicht weiter, aber die Zuschüsse wurden im Dezember gestrichen“, erklärt Leiter Thorsten Fenske, der seit Januar der einzige verbliebene Angestellte ist. „Es kommen zehn bis zwanzig Kunden pro Tag. Die Möbel müssen abgeholt und angeliefert werden. Alleine ist das nicht zu schaffen.“
Bis Ende 2011 arbeiteten regelmäßig sechs bis zehn Ein-Euro-Jobber im Möbelkeller. Durch die Zuschüsse konnte sich der Möbelkeller auch finanziell über Wasser halten. „Wir haben keine Alternativen. Eine Preiserhöhung würde gerade die ausschließen, für die der Möbelkeller da ist. Und wenn wir nur noch ein Mal im Monat einen Termin zum Spenden-Abholen anbieten könnten, würden wir viele Spenden nicht bekommen“, erklärt Fenske.
Die letzte Hoffung ruht jetzt auf einem neuen Antrag an das Hamburger Spendenparlament, das die Spenden seiner Mitglieder an verschiedene Organisationen der Stadt verteilt. Ohne neue Hilfen ist spätestens im Juli Schluss.
Dass es im Moment überhaupt noch weitergeht, verdankt Fenske seinen ehemaligen Mitarbeitern. Fünf von ihnen arbeiten seit Januar ohne Bezahlung weiter. So wie André Jünke – er kommt immer noch regelmäßig zur Arbeit. Er war anderthalb Jahre lang im Möbelkeller angestellt und hofft auf einen neuen Vertrag. „Ich bin gern hier“, erklärt er sein Engagement. „Ich habe zwar noch nie so wenig verdient wie jetzt – im Moment ja gar nichts – aber ich bin noch nie so gerne zur Arbeit gegangen.“
Noch ist der Möbelkeller in der Heinrichstraße montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Spendenangebote werden auch telefonisch unter 32 96 32 66 angenommen.
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