Möbelkeller Eimsbüttel braucht Hilfe

Unsichere Zeiten: Für das Team des Möbelkellers ist unklar, wie es weitergeht. Stellen laufen Ende Dezember aus, der Betrieb soll vorerst auf ehrenamtlicher Basis weiter laufen.
Hamburg: Möbelkeller Eimsbüttel |

Sozialer Betrieb hat ab Januar keine Stellen mehr fürs Personal –
Mitarbeiter wollen zunächst ehrenamtlich weitermachen

Im Möbelkeller Eimsbüttel können Menschen mit wenig Geld günstig Sofas, Betten, Tische und Kleinkram kaufen. Doch die Zukunft des sozialen Betriebs ist unsicher – wieder einmal. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist das Problem?

Dem Möbelkeller fehlt ab Januar das Personal. Bisher waren fünf Mitarbeiter über geförderte Stellen beschäftigt – als sogenannte Bürgerarbeiter. Doch diese Stellen laufen Ende des Jahres aus.

Was wird aus den Mitarbeitern?
Sie müssen sich wieder arbeitslos melden. Bitter: Es sind Langzeitarbeitslose, die sich über die Tätigkeit im Möbelkeller wieder eine Perspektive geschaffen haben. „Wir haben hier einen Weg ins Leben gefunden, wir haben Spaß daran, Verantwortung zu übernehmen, diese Lage ist für uns persönlich dramatisch“, sagt Andre Jünke.

Läuft der Möbelkeller gut?
Ja. „Wir sind gut etabliert hier, werden zunehmend bekannter“, sagt Koordinatorin Monika Schmolke. „Die Mitarbeiter sind motiviert und organisieren den Betrieb hier eigenverantwortlich. Es läuft super!“

Wirft der Betrieb Geld ab?
Nein, das ist auch nicht das Ziel. Der Möbelkeller ist in ers-ter Linie ein günstiges Einrichtungshaus für Menschen mit kleinem Einkommen, die verkauften Möbel sind Spenden. Wichtig: Der Betrieb erwirtschaftet alle laufenden Kosten (Miete, Strom, Telefon und so weiter) selbst. Schwierig ist es aber, Stellen für das Personal zu finanzieren.

Macht der Möbelkeller zu?
Nein. Die Mitarbeiter wollen den Betrieb für drei Monate aufrecht erhalten – sie arbeiten dann ehrenamtlich. In dieser Zeit soll noch eine Lösung gefunden werden.

Wie könnte die aussehen?
„Wir brauchen einen Sponsor. Wenn uns jemand die Miete abnimmt, können wir erstmal weiterarbeiten. Langfristig suchen wir einen neuen Träger für den Möbelkeller“, sagt Sozialarbeiter Timo Tammena.

Wer den Möbelkeller unterstützen will, wendet sich an Sozialarbeiter Timo Tammena: 63 94 48 50, E-Mail: tammena@wohnen-mit-begleitung.de

Der Betrieb ist im Doormannsweg 43, Möbelspenden werden weiterhin angenommen: 32 96 32 66, E-Mail: moebelkeller@mookwat.de
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr

Immer wieder Probleme


Den Möbelkeller gibt es seit 1997 in Eimsbüttel – in den letzten Jahren tauchten immer wieder Probleme auf – eine kleine Chronologie.
Ende 2011: Die bisherigen Ein-Euro-Jobber müssen gehen, weil deren Stellen gestrichen werden. Der Betrieb läuft nur noch auf ehrenamtlicher Basis.
Mai 2012: Rettung in Sicht! Über das Programm Bürgerarbeit werden sechs Mitarbeiter weiterbeschäftigt. Aber: Die Stellen sind bis 2014 befristet.
Oktober 2012: Der Möbelkeller bezieht die neuen Räume am Doormannsweg 43 – größer, besser. Es läuft gut, das Team übernimmt bald selbstverantwortlich den Betrieb.
Dezember 2014: Wieder Unsicherheit. Die Stellen der Bürgerarbeiter laufen aus, Ersatz ist nicht in Sicht.
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