Mittagessen für Menschen mit wenig Geld

Die Mitarbeiter der Nachbarschaftskantine: Enrico Kalabuchow, Nurgül Öngöcmen, Katrin Golombek und Harald Böke (vorne, v.l.), Cecilia Effah (hinten, l.) und Susi Sump, Küchenleitung (hinten, r.). (Foto: rs)

Nachbarschaftskantine Stellingen hat wieder geöffnet

Von Reinhard Schwarz, Stellingen
Sie kochen für Menschen mit kleinem Geldbeutel - die Mitarbeiter der Nachbarschaftskantine Stellingen. Vier Mal in der Woche gibt es in dem unscheinbaren Gebäude an der Kieler Straße 407 einen Mittagstisch. Die Gäste können zwischen einem Gericht mit Fleisch und einem vegetarischen Menu wählen.
Das Ambiente ist freundlich, nichts erinnert hier an Kohlsuppe und Armenspeisung. Und doch wird hier von montags bis donnerstags für Menschen aufgetischt, die mit wenig Geld auskommen und dies auch nachweisen müssen. Für sie kochen Frauen und Männer, die selbst nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, schon seit Jahren arbeitslos sind.
Im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten, besser bekannt als Ein-Euro-Jobs, lernen die Teilnehmer unter realistischen Bedingungen das Handwerk zwischen Herd und Kühlschrank, schildert Küchenchefin Susi Sump: „Dazu gehören die Grundlagen der Küchenhygiene, Arbeitssicherheit, die Zubereitung der Speisen, das Anrichten und Dekorieren.“ Einige der Teilnehmer hätten bereits Berufserfahrungen in der Gastronomie, so Sump, aber: „Die meisten bringen gar nichts mit.“ Doch alle würden sich „sehr viele Mühe geben, sie sind sehr freundlich und entwickeln auch eigene Ideen“.

Ein Essen kostet drei Euro – für viele gerade bezahlbar

Den Kunden schmeckt es offenbar. „Ich komme fast jeden Tag her“, sagt Rosemarie Kröger. Die 75-Jährige lebt von Grundsicherung und hat 399 Euro zur Verfügung. Davon muss sie Strom, Wasser, Essen und Kleidung bezahlen. „So billig wie hier kann ich nicht kochen“, sagt sie. So kostet beispielsweise ein gebratenes Fischfilet mit Remouladensauce und Salzkartoffeln nur drei Euro. Das vegetarische Gericht gibt es für zwei Euro.
Auch Christina Eck (76) kann mit ihrer kleinen Rente keine großen Sprünge machen. „Ich esse hier, weil es mir schmeckt – und ich finde das Umfeld sehr angenehm. Jeden Tag stehen Blumen auf dem Tisch.“

Fördermaßnahme


„Die Nachbarschaftskantine ist eine Fördermaßnahme von team.arbeit.hamburg für langzeitarbeitslose Menschen, die hier stabilisiert werden“, erläutert Projektleiterin Yvonne Süll. Träger ist die Eimsbütteler Weiterbildungseinrichtung Einfal. Vier Mal in der Woche gibt es einen Mittagstisch von 12 Uhr bis 13.30 Uhr. Essen können hier Menschen, die Sozialhilfe oder Hartz IV beziehen. RS
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.