Mit Walfängern auf dem Vulkan

Überwältigende Naturkulisse: Anselm Pahnke erlebte auf dem Vulkan Lewotolo einen beeindruckenden Sonnenaufgang. (Foto: Foto: pr)

Soweit das Fahrrad trägt – Folge 9: Eimsbütteler Weltreisender unterwegs auf indonesischer Insel Lembata

Von Gaby Pöpleu, Eimsbüttel/Lembata

Von der blühenden exotischen Insel Flores setzte Anselm Pahnke mit seinem Fahrrad auf die Nachbarinsel Lembata über. Die 700 Kilometer schwieriger Strecke auf Flores (das Wochenblatt berichtete) „haben mein Rad um Jahre altern lassen“, sagt der Weltreisende. Am östlichen Ende der Insel folgt erspontan einem Gefühl und dem Geheimtipp eines Fotografen der Zeitschrift National Geographic. Er lässt sich auf die kleine Nachbarinsel Lembata übersetzen.
Der Fotograf hatte Pahnke gesehen, wie der sich „am Berg quälte“ und ihm auf der touristisch völlig unerschlossenen Insel ohne Übernachtungsmöglichkeit den Kontakt zu einem einheimischen Walfänger vermittelt. „Das klang perfekt für ein neues Abenteuer“, erinnert sich Pahnke.
In einer abgelegenen Bucht entdeckt Pahnke dann auch das von steilen Hängen umgebene Walfängerdorf Lamalera. Die Einwohner jagen mit massiven Booten mit großen Auslegern große Fische, Delfine und Wale.
Im Dezember ist dort Pottwal-Jagdzeit: Dann ziehen die Größten ihrer Art nach Süden. Die erfahrensten Fischer springen von den Auslegern direkt auf die riesigen Tiere, um besser mit der mit scharfen Widerhaken versehhenen Harpune zustoßen zu können. Manchmal werden die Wale sogar bis nach Australien verfolgt.
„Ich war erstaunt, dass die alten Methoden der Walfänger noch immer angewendet werden“, sagt Pahnke. So werden auch die Walknochen zum Häuserbau verwendet: „Die Rippen bilden die Fensterbögen“, hat Pahnke gesehen. In die Buchten Lembatas verirren sich auch immer wieder riesige Blauwale, die von den Walfängern heutzutage aber wohl nicht mehr gejagt werden.
Höhepunkt ist für Pahnke die Besteigung des Lewotolo. 1.423 Meter ragt der immer wieder aktive Vulkan in die Höhe. Mit Macheten bahnt sich Pahnke zusammen mit drei Einheimischen einen Weg durch den Urwald nach oben.
Dann folgt schwarzes Geröll bis zum Kraterrand. Über allem liegt ein beißender Schwefelgeruch. Aus dem Inneren steigen giftige Rauchschwaden aus gelben Säure-Rinnsalen auf.
Doch der Blick entschädigt den weltreisenden Radler: „Beim Sonnenaufgang auf dem Vulkan sahen wir einen purpurroten Himmel über dem glitzernden Meer – und eine halbe Sonnenfinsternis, als sich der Mond für wenige Augenblicke um 7.21 Uhr vor die Sonne schob. Einfach unvergesslich!“
Fortsetzung folgt
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