Mit Frank Schulz auf hoher See

Autor Frank Schulz lässt seinen zweiten Onno Viets-Roman auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer spielen. Sein sympathischer Held Onno gerät dort wieder in viele absurde Situationen. (Foto: Jan Jepsen)
 

Neuer Onno-Viets-Roman: Autor legt zweiten Band über seinen sympathischen Helden vor

Onno Viets legt ab. Der glücklose Ex-Kneipier und Hartz IV-Empfänger aus Hoheluft-West erlebt neue Abenteuer auf einer Gratis-Kreuzfahrt im Mittelmeer. Eine vergnügungssüchtige Horde Deutscher an Bord und ein grantelnder alter Sack an der Seite: Holla, das kann was werden!
Autor Frank Schulz hat den zweiten Band über seinen sympathischen Helden Onno Viets veröffentlicht. Der trottelige Protagonist stolpert mit seiner verschlafenen Art wieder in allerlei absurde Szenarien. Aber der Reihe nach: Onno führt ein gepflegtes Leben zwischen der heimeligen Bude, einer lau dahinplätschernden Ehe und Kneipenabenden mit Tischtenniskumpels. Er kann nicht viel, ist aber ein Ass an der grünen Platte. Und der beste Zuhörer, den es gibt. Schulz hat eine Figur geschaffen, die mit den heutigen Verhältnissen irgendwie nicht klar kommt. Effizienz? Ist für Onno ein Fremdwort. Erfolg? Nicht wichtig. Freundschaft? Das kann er! Und er hat trotz aller Pleiten und Tiefschläge einen unerschütterlichen Optimismus.

Feixendes Duo auf einem Kreuzfahrtbomber mit eigenen Gesetzen


Schulz liefert mit Onno II ein wunderbares Schelmenstück. Er bugsiert seinen Helden an die Seite von Donald Maria Jochemsen, „Vetter Donald“ genannt. Abgehalferter Künstler, scharfes Mundwerk, mäßig erfolgreich mit halbseidenen Theaterproduktionen. Ein Typ, wie man ihn als durchschnittlicher Mensch vielleicht eine Viertelstunde lang erträgt. Onno muss mit ihm eine Woche an Bord der „Flipper IV“, einem Kreuzfahrtbomber mit eigenen Gesetzen, verbringen. Es ist bissiger Klamauk und wunderbare Situationskomik, wenn Schulz sein saufendes und feixendes Duo auf den Rest der Reisegemeinschaft loslässt. Aber Halt: Es geht auch um was ganz Ernstes, um die Liebe! Vetter Donald hechelt nämlich auf der Fahrt seinem großen Schwarm, Tänzerin Kristin Luise, hinterher.

Die Liebe trifft und haut Onno richtig um

Kunstvoll rahmt der Autor seine Geschichte mit einem herrlich absurden und derben Kasperletheater auf Plattdeutsch ein. Zwischendurch wird Onnos Geschichte als Wirt des „Plemplem“ in Eimsbüttel erzählt. Mit Typen und Saufgelagen aus einer Zeit, als viele einfach so in die Nacht hineinlebten, ohne sich um den nächsten Tag zu kümmern. Das alles gipfelt in einem magisch-fatalen Datum, an dem sich die Geschichten all der Figuren an einem Punkt treffen. Die Liebe trifft auch, aber diesmal haut sie Onno so richtig in die Fresse. Hoffen wir, dass er sich wieder erholt. Schulz plant bereits den dritten Band. Wir können es kaum erwarten.

Zum Autor

Frank Schulz, geboren 1957 in Hagen bei Stade, hat sich seit den 90er Jahren einen Namen als Autor gemacht. Mit seiner „Hagener Trilogie“ legte er drei höchst unterschiedliche, sprachlich kraftvolle Romane vor. Schulz hat ein Händchen für schräge Figuren. Er lässt kunstvoll und hintersinnig deren verschrobene Welten, Sehnsüchte und Lebensentwürfe auf die Anforderungen von Beruf, Alltagsleben und Ehe prallen.
2012 veröffentlichte Schulz „Onno Viets und der Irre vom Kiez“, einen waschechten Hamburg-Roman. Protagonist und Loser Onno macht sich darin als Privatdetektiv an eine Kiezgröße heran – mit fatalem Ausgang.
Schulz lebte viele Jahre in Eimsbüttel und Hoheluft-West, Schauplätze aus diesen Vierteln tauchen immer wieder in dem Buch auf. Ende Januar wurde der Autor mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet.
❱❱ www.frank-schulz.eu

Frank Schulz
Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen
Verlag Galiani Berlin
ISBN: 9783 869 711 065
Preis: 19,99 Euro
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