Mindestens fünf Bunker sollen in Eimsbüttel weg

Hochbunker Henriettenstraße 3: Der Betonklotz soll abgerissen werden, an seiner Stelle ist ein fünfgeschossiges Wohnhaus geplant.

Wohnungsbau oder Gewerbefläche: Was mit den Kriegsrelikten in Eimsbüttel geplant ist

Grau, massiv und hässlich: In Eimsbüttel stehen mitten in den Wohngebieten noch etliche Schutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach Plänen des Bezirks soll es den meisten ans Gemäuer gehen: Der Abriss von mindestens fünf Betonklötzen ist in den nächsten Jahren vorgesehen. Wurden bisher manche Bunker für Gewerbe genutzt oder zu Wohngebäuden umgebaut, so ist jetzt Abriss das vorherrschende Ziel. Meist sollen auf den Filetgrundstücken dann Wohngebäude entstehen. Die einzelnen Bunkergrundstücke in Steckbriefform:
– Weidenstieg 26 (viergeschossig, nahe der Chris-tuskirche), gehört der Stadt Hamburg. Dort sind in einem viergeschossigen Gebäude günstige Wohnungen geplant. Zudem soll ein Teil des Grund-stücks dem Isebek-Grünzug zugeschlagen werden, um diesen zu erweitern. Derzeit wird zwischen Bezirksamt und Finanzbehörde über Details verhandelt.
– Henriettenstraße 3, fünfgeschossig, gehört dem Bund: Geplant ist dort ein vier- bis fünfgeschossiger Neubau. Der Bunker ist bereits an einen Privatmann verkauft worden.
– Langenfelder Damm 1-3, fünfgeschossig, gehört dem Bund: Vorgesehen ist ein Wohngebäude mit fünf Geschossen, derzeit bietet der Bund das Grundstück zum Verkauf an.
– Müggenkampstraße 51, sechsgeschossig, gehört dem Bund: Dort ist eine vier- bis fünfgeschossige neue Bebauung geplant.
– Im Gehölz 15/Alardusstraße, viergeschossig, gehört der Stadt Hamburg: Ein Wohngebäude ist wohl nicht möglich, stattdessen könnte der Bau für Kunst und Kultur oder als Parkhaus genutzt werden.
– Eidelstedter Weg 10 (gehört Hamburg) und Quickbornstraße (gehört dem Bund): Die an das Beiersdorf-Firmengelände angrenzenden Bunker sind Sonderfälle. Die Grundstücke gelten als Reserve für eine mögliche Erweiterung des Betriebsgeländes. Derzeit lässt Beiersdorf den Bunker Wiesingerweg 23a abreißen, an dem mittleren Betonbau hat der Konzern Interesse signalisiert. Prinzipiell sollen auch die verbleibenden beiden Bunker verschwinden.

Und die Anwohner?
Wenn ein Bunker abgerissen wird, müssen Anwohner viel Geduld haben. Es ist laut, es staubt und kracht. Und hinterher wird wieder neu gebaut – auch wieder Lärm und Dreck. Für das Bezirksamt Eimsbüttel gehören solche Abrisse aber zum „normalen Baugeschehen“, das Anwohner ertragen müssen. Die Erfahrung zeigt: Meist dauert der Abriss eines Bunkers länger als vorher angenommen. Im Schnitt werden von den Firmen vier bis sechs Monate eingeplant – es kann aber auch einige Monate länger dauern. Ein Abriss kostet mehrere 100.000 Euro.
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