Mietwucher ade?

Für günstige Wohnungen muss man ein Eimsbüttel Schlange stehen. Ab 1. Juli gelten neue Regeln für Vermieter – die Kosten für Wohnraum sollen stärker gedeckelt werden.

Hamburgweit gilt ab 1. Juli die Mietpreisbremse

Wohnungen in Eimsbüttel und Umgebung sind begehrt und meist teuer. Ab 1. Juli gilt ein neues Gesetz - die sogenannte Mietpreisbremse. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ändert sich?
Bei neu abgeschlossenen Verträgen gibt es gewissermaßen Obergrenzen für die Miete. Diese darf maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Preisniveau liegen.

Wie wird das festgestellt?
Der Mietenspiegel wird zu Grunde gelegt. Stadtteil für Stadtteil, Straße für Straße sind dort bestimmte Mietspannen ermittelt worden. Daran müssen sich Vermieter nun orientieren. Schließt ein Mieter zum Beispiel einen neuen Vertrag ab, kann er genau prüfen lassen, ob die Miete für seine Wohnung in den erlaubten Spannen liegt. Ist sie darüber, kann er das rügen und ab dem Zeitpunkt der Rüge die Miete mindern.

Sinkt das Mietniveau dadurch denn insgesamt?
Unwahrscheinlich. Vermutlich wird eher der rasante Anstieg etwas gedämpft. In Quartieren wie Eimsbüttel, Hoheluft-West oder der Sternschanze liegen die Mieten seit Jahren ziemlich hoch. Nettokaltmieten von bis zu 16 Euro pro Qudaratmeter sind hier für begehrte Altbauten keine Seltenheit. Der Haken des Gesetzes: Bestehende Verträge können nicht beanstandet werden. Es gilt in erster Linie für neue Verträge.

Gibt es Ausnahmen?
Ja. Für Neubauten, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmalig vermietet wurden, müssen sich Vermieter nicht am Mietenspiegel orintieren. Zudem können Wohnungen, die umfassend modernisiert wurden, ebenfalls ohne Rücksicht auf den Mietenspiegel vermietet werden.

Wie viele Haushalte profi-tieren von den neuen Regeln?
Der Mieterverein zu Hamburg schätzt, dass hamburgweit etwa 40.000 Wohnungen zu teuer vermietet werden. Da könnten die neuen Regeln die Preise senken.

Online-Rechner des Mietervereins


Der Mieterverein zu Hamburg schaltet am Mittwoch, 1. Juli, einen Online-Rechner frei. Damit können Mieter recht einfach die zulässige Miete für ihre Wohnung ausrechnen. Der Verein will damit Druck aufbauen. „Hamburgs Mieter
bekommen ein Instrument in die Hand, um gegen überhöhte Mieten vorzugehen und Geld zu sparen“, so Siegmund Chychla, Geschäftsführer des Mietervereins.
Ein interaktiver Frage/Antwort-Dialog leitet den Nutzer schrittweise durch das Programm. Der Mieter erhält umgehend die Information über die eventuell zu viel gezahlte Miete und inwiefern sich eine Rüge lohnt.
❱❱ www.mieterverein-hamburg.de
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