Mieterverein: „Die Hälfte der Klagen sind vermutlich vorgeschoben“

Eckard Pahlke, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. (Foto: pr)

Eckard Pahlke vom Mieterverein über Räumungsklagen und Mieterschutz – das Interview im Elbe Wochenblatt

Räumungsklagen wegen Eigenbedarfs flattern Mietern in Eimsbüttel immer häufiger ins Haus – das Elbe Wochenblatt sprach mit Eckard Pahlke, dem Vorsitzenden des Mietervereins zu Hamburg.

Elbe Wochenblatt: Müssen langjährige Mieter und ältere Leute Angst haben, aus ihrer Wohnung geworfen zu werden?
Eckard Pahlke: Früher hatten alte Menschen noch mehr Chancen, in ihrer Wohnung zu bleiben. Aber heute werden Klagen auf Eigenbedarf der Privatvermieter auf immer skurrilere Fälle ausgedehnt – und die Gerichte folgen diesen Argumenten leider häufig.

EW: Wie zum Beispiel?
Pahlke: Der persönliche Bedarf, den ein Eigentümer begründen muss, wird immer mehr ausgeweitet. Da wollen Besitzer dann zum Beispiel den Ex-Partner oder das Kindermädchen in der Wohnung unterbringen. Wir gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Eigenbedarfsklagen vorgeschoben sind, um die Wohnungen mit höheren Mieten oder durch Verkauf lukrativ verwerten zu können.

EW: Gibt es Hoffnung, dass sich da was ändert?

Pahlke: Wir beobachten: Es ist auch Richtern klar, dass eine mieterfreie Wohnung in guten Lagen wie Eimsbüttel gewinnbringend zu verkaufen ist. Vor allem aber muss das Gesetz Eigenbedarf und Härtegründe mieterfreundlicher regeln.
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