Messerattacke im Ostergrill: Komplizen verurteilt

Im Februar 2011 kam es in diesem Döner-Imbiss zu einer Messerattacke. Der Besitzer überlebte den Angriff schwer verletzt. Der Täter wurde wegen Mordversuchs zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Jetzt wurden auch seine Kumpels wegen Beihilfe verurteilt. (Foto: rs)

Bewährungsstrafen für Thomas R. und Marius K.

Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Februar 2011:Ein Mann stürmt an einem Sonnabend gegen 22 Uhr mit einem Messer in einen Döner-Imbiss an der Osterstraße. Er sticht dem Imbiss-Besitzer Hasan S. (51) zweimal in die Schulter und verletzt ihn am Kopf. Hasan S. überlebt, leidet aber immer noch an den psychischen Folgen der Attacke. Der Täter kann anhand von Videoaufnahmen und Zeugenaussagen ermittelt werden. Yasin A. wird wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Kürzlich standen seine Komplizen vor Gericht: Thomas R. (31) und Marius K. (22). Sie sollen Yasin A. eine Kapuzenjacke und eine Mütze zur Maskierung überlassen haben. Thomas R. wird zudem vorgeworfen, dem Täter die Tatwaffe besorgt zu haben.
Vor Gericht leugnen die beiden Angeklagten die Beihilfe. Er sei selbst überrascht von der Tat seines Kumpels, erklärt Marius K. über seinen Anwalt. Der schmächtig wirkende Angeklagte stammt aus Litauen. Auch der bullig und durchtrainiert wirkende Thomas R., mit geschorenem Kopf und Nacken-Tattoo, leugnet die Beihilfe. Auf seinem Hemd sind die Wörter „Destroy“ (zerstör!) und „Die“ (stirb!) zu lesen. Thomas R. sitzt bereits wegen anderer Delikte im Gefängnis. Beide Angeklagte lassen ihre Anwälte für sich sprechen.
Die Messerattacke hat eine Vorgeschichte: Einen Tag vor der Tat war die Clique in dem Döner-Imbiss und hatte einen Streit angezettelt. Im Fladenbrot sei zu wenig Fleisch gewesen, pöbelten die zwei Männer und zwei Frauen. Dabei fiel auch ein „F… dich“ in Richtung der Bedienung. Vorher hatte die Gruppe reichlich Alkohol und Drogen konsumiert. Die Imbiss-Mitarbeiter drohten mit der Polizei, warfen die Gruppe raus. Yasin A. wollte diese „Schmach“ rächen und kündigte gegenüber seinem Kumpel Marius K. an: „Der ‚Kanake’ hat mich mit einem Messer bedroht, das regele ich auf meine Weise.“
Das Gericht nahm den Angeklagten ihre Unschuldsbeteuerungen nicht ab und verurteilte Thomas R. wegen Beihilfe zum versuchten Totschlag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Marius K. erhielt ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung.
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