Mehr Eimsbüttel als alle anderen

Im Viertel aktiv: Der parteilose Direktkandidat Marco Scheffler will Ideen verbreiten, wie Menschen sich einbringen können.

Marco Scheffler ist der unabhängige Direktbewerber für den Wahlkreis 20

Politik ist bei Marco Scheffler ganz einfach. Er macht eben was, um zu zeigen, wie es anders geht. Brauchbare Lebensmittel vor dem Müll retten, Aufräumen, Tauschbörse, Nachbarschaftsdinner. Kein großes Gerede, ein paar Aktive, los gehts.
Scheffler ist parteiloser Direktkandidat im Wahlkreis Eimsbüttel. Armut, Umwelt, nachbarschaftliches Engagement und soziale Absicherung sind seine Themen. Der Gastronom ist bereits vor vier Jahren als Direktkandidat angetreten, damals ergatterte er 1.295 Stimmen – 0,9 Prozent. Ein Mandat in Berlin? Scheint ausgeschlossen. Aber darum geht es Scheffler auch nicht in erster Linie. „Ich will Ideen verbreiten, wie Menschen sich einbringen können“, sagt der Eimsbütteler. Über Politik und Politiker wird viel geschimpft, da will der 46-Jährige nur zum Teil mit einstimmen. Er sagt: „Der etablierten Politik fehlt der Blick für die Realitäten, was im Leben der Menschen passiert.“ Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Armut.
Scheffler hat mit dem Eimsbütteler Salon, einer Gruppe wechselnder Aktiver aus dem Stadtteil, verschiedene Aktionen gestartet. Die prominenteste ist wohl die „Götterspeise“: Jeden Abend verteilt eine Gruppe Helfer Lebensmittel an der Osterstraße – Obst, Gemüse, Fleisch, Joghurt. Es sind noch brauchbare Waren, die der Edeka-Markt aber weggeworfen hätte. Nun werden sie weitergereicht: Jeder kann kommen, um sich etwas mitzunehmen. „Das ist ein ganz einfaches Beispiel, wie man helfen kann. Die Politik könnte per Gesetz leicht regeln, dass noch brauchbare Waren nicht weggeworfen werden“, findet Scheffler. Mit diesen und anderen Aktionen will er zeigen, dass man sich engagieren kann. „Die Leute sind interessiert an Politik, sie sehen nur nicht, dass sich positiv etwas ändert.“
Das gilt auch für sein zentrales Thema: ein „bedingungsloses“ Grundeinkommen. Im Kern geht es darum, allen Bürgern mehr Freiraum zu geben, was sie mit ihrer Zeit anstellen. Alle sollen einen in etwa gleichen Betrag erhalten. Davon können sie dann leben, sich was hinzuverdienen, sich engagieren – es bleibt jedem selbst überlassen. Bis heute traut sich aber keine Partei, das umzusetzen.
Scheffler möchte mit seinen Themen und Aktionen „Samen säen“, damit sich etwas verändert. „Ich bin nur das Gesicht, vielleicht der Kopf.“ Aber jeder könne selbst auch etwas bewegen.
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