Mehr als eine Besucherin

Shakiba Mehr stammt aus Afghanistan und besucht Familien zu Hause, um junge Kinder gut auf den Start in die Kita vorzubereiten.

Im Porträt: Shakiba Mehr aus der Lenzsiedlung

Shakiba Mehr stammt aus Afghanistan, vor mehr als zehn Jahren floh sie vor dem Krieg nach Deutschland. In ihrem Heimatland war sie Grundschullehrerin, doch ihre Ausbildung wird in Deutschland nicht anerkannt. Sie musste ganz neu anfangen. Da sie jahrelange Erfahrung im Umgang mit Kindern hat, fand sie beim Mehrgenerationenhaus Eimsbüttel eine Beschäftigung. Sie arbeitete als Kinderbetreuerin, seit drei Jahren ist sie Mitarbeiterin bei Opstapje. Einmal die Woche betreut sie Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren zu Hause. Die Familien, die sie besucht, nennt sie „meine Familien“. Es sagt eine ganze Menge aus über das warmherzige Verhältnis der 47-Jährigen zu den Menschen, die sie unterstützt. Manchmal bleibt Shakiba Mehr noch zum Teetrinken, auch wenn die Besuchszeit eigentlich schon vorbei ist.
Die Lehrerin aus Afghanistan wohnt seit fast zehn Jahren in der Lenzsiedlung in Lokstedt – zu vielen ihrer Hausbesuche muss Shakiba Mehr in der Hochhaussiedlung nur ein paar Blocks weiter gehen. Sie ist eine Art Türöffner: Als Frau aus Afghanistan wird sie von vielen Familien besser akzeptiert als zum Beispiel eine deutschstämmige Mitarbeiterin. Shakiba Mehr weiß, was das Leben in einer Großfamilie bedeutet: Sie hat selbst sieben Geschwister, vier Schwestern und drei Brüder. Zu Besuch ist sie bei deutschen, indischen oder türkischen Familien. Anfangs war sie sich nicht sicher, ob das mit den Familien so gut klappt. Aber die Zweifel sind schon lange verflogen: „Ich fühle mich wohl bei den Familien. Der Kontakt mit Menschen ist wichtig für mich.“
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