Massenpanik beim ETV – 40 Verletzte

Realistisch: Vorab wurden die „Verletzten“ geschminkt, damit die Übung möglichst echt wirkt. Foto:fl

Keine Angst: Das war nur eine Übung im Agaplesion Diakonieklinikum

Von Franco Liccione, Eimsbüttel – Rauchbomben und bengalische Feuer bei einem Freundschaftsspiel des ETV: Eine Massenpanik bricht aus, und 120 Zuschauer werden zum Teil schwer verletzt. In das Agaplesion Diakonieklinikum in Eimsbüttel werden 40 Notfälle eingeliefert. Dort geht es schnell chaotisch zu: Verletzte schreien vor Schmerz, und besorgte Angehörige suchen teilweise hysterisch nach ihren Verwandten. Keine Angst: Dies ist nur das Szenario für eine Übung – die Verletzten und ihre Angehörigen sind Schauspieler, die im Auftrag der Gesundheitsbehörde das Krankenhaus auf den Ernstfall vorbereiten sollen.
Insgesamt 70 Darsteller, Betreuer und Fahrer waren dafür zuständig, die Illusion eines Ernstfalles perfekt zu machen. So wurden den „Verletzten“ etwa Wunden geschminkt, die täuschend echt aussahen. Das Krankenhauspersonal, das bis zur letzten Minute nichts von der Übung wusste, musste sich schnell für die richtige Behandlung entscheiden und die „Verletzten“ versorgen.
„23 Beobachter bewerten das Ganze und schreiben Berichte, aus denen dann ein Gesamtbericht für das Krankenhaus erarbeitet wird“, erzählt Michael Kerber (63), Katastrophenschutzreferent der Gesundheitsbehörde. Beobachtet wurde neben der Krankenversorgung auch die Betreuung der Angehörigen sowie der Umgang mit der Presse – für die es ebenfalls Darsteller und eine fingierte Pressekonferenz gab.
Der Endbericht wird dann dem Krankenhaus vorgelegt. Nur soviel steht bereits fest: „In einigen Bereichen herrscht Erfahrungsmangel und es gibt noch einiges zu lernen – aber dafür ist eine solche Übung ja da“, sagt Kerber. Die Verbesserungsvorschläge für einen Ernstfall seien dann zwar nicht verbindlich, „aber das Krankenhaus wäre schlecht beraten, wenn es die Ergebnisse nicht beachtet“, sagt er weiter.
Eine positive Überraschung habe es aber auch gegeben: „Die Patientenverladung, die im Alltag schon einige Probleme macht, ist zügig vonstatten gegangen“.
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2 Kommentare
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Doro Sand aus Eimsbüttel | 05.12.2011 | 21:24  
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Gerd Plassmann aus Eimsbüttel | 06.12.2011 | 19:31  
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