Männliche Erzieher: Immer noch die Ausnahme

Als männlicher Erzieher hat sich Helmut Kleber-Hinrichs schon längst an die Rolle als „Hahn im Korb“ gewöhnt. (Foto: ar)

Helmut Kleber-Hinrichs arbeitet als Mann allein unter Frauen und fühlt sich dabei pudelwohl

Von Anne Rose, Eimsbüttel – Helmut Kleber-Hinrichs ist allein unter Frauen. An seinem Arbeitsplatz ist er der einzige Mann, und das seit elf Jahren. Als Erzieher in der Kita am Kaiser-Friedrich-Ufer 5 hat er sich längst daran gewöhnt; ein wenig männliche Unterstützung würde er sich aber schon wünschen.
„Meine Frau ist auch Erzieherin, also wusste ich genau, wo-rauf ich mich einlasse“, erklärt der 48-Jährige. „Auch darauf, dass ich im Berufsalltag und auf Fortbildungen meist der einzige Mann bin“. Der gebürtige Hesse ist mit seiner Berufswahl trotzdem zufrieden. „Man bekommt sehr viel zurück und kriegt immer ein ehrliches Feedback.“
Auch seine Kolleginnen schätzen die Unterstützung, viele Eltern fragen gezielt nach männlichen Erziehern. Kleber ist mit zwei Kolleginnen für 20 Vorschulkinder und 47 Schulkinder verantwortlich. „Gerade wenn die Väter viel arbeiten müssen, ist es wichtig, den Kindern ein modernes Männerbild zeigen zu können“, erklärt Kleber. „In
der Lernwerkstatt übernehme
ich die naturwissenschaftlichen Themen, arbeite mit den Kindern draußen im Garten und leite die Fußball AG, die auch bei den Mädchen beliebt ist. Kochen und Knöpfe annähen gehört aber genauso dazu.“
Trotz der großen Nachfrage versteht Kleber gut, warum männliche Unterstützung fehlt. „Die Arbeit ist anspruchsvoll, die Zeit ist immer knapp. Dazu das niedrige Gehalt – wenn man eine Familie ernähren muss, ist der Beruf nicht attraktiv.“
Der Eindruck von Kleber-Hinrichs wird auch durch die erhobenen Daten über das Verhältnis von männlichen und weiblichen Erziehern in Hamburg bestätigt. „Nach der Statistik der Kinder- und Jugendhilfe Hamburg betrug der Männeranteil beim Personal, das direkt mit den Kindern arbeitet, im Jahr 2011 9,6 Prozent. Damit arbeiteten im März 2011 genau 1.169 männliche Erzieher in Hamburger Kitas“, erklärt Nicole Serocka, Pressesprecherin der Sozialbehörde. Sie ist zuversichtlich: „Der Männeranteil erhöht sich kontinuierlich. Der Anteil in Hamburg liegt zudem deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 3,6 Prozent, erhoben im Jahr 2010.“
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