Lutterothstraße und Umgebung: 98 Fahrräder weg

Heinz Kabel von der Stadtreinigung Hamburg durchtrennt mit dem Akkuflex ein Schloss. Das verkehrsuntaugliche Fahrrad wurde im Anschluss zu einem Großcontainer gebracht, um verschrottet zu werden Foto: fh

Stadtreinigung hat verkehrsuntaugliche Drahtesel zum Verschrotten gebracht

Von Frauke Heiderhoff.
Funken sprühen – Heinz Kabel durchtrennt mit einem Trennschleifer ein Schloss. Sein Kollege Heinz Denner räumt das rostige Fahrradüberbleibsel aus Metall in den Reinigungstransporter. Der Grund: Die Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg und des Bezirksamtes Eimsbüttel haben im Zuge einer besonderen Aktion „Fahrradleichen“ entfernt.
Die Räder waren bereits vor zwei Wochen mit einem signalroten Aufkleber markiert worden. Die Eigentümer wurden auf dem Zettel über die drohende Beseitigung informiert. „Die Aktion verlief erfolgreich“, bilanzierte Helmut Strauß vom Bezirksamt. Insgesamt haben die Mitarbeiter der Stadtreinigung rund 98 Fahrräder in der Lutterothstraße und Umgebung entfernt. Zuvor hatten sie bereits im Karolinenviertel 30 und im Schulterblatt 25 verkehrsuntaugliche sowie die Sicherheit gefährdende Fahrräder abtransportiert. Bis zu 745 Drahtesel entfernten die Aufräumer in anderen Stadtteilen Hamburgs.
Nach dem Einsammeln wurden die Fahrraderüberbleibsel zu einem Großcontainer gebracht. Von dort aus ging es weiter zur Verschrottung. „An oberster Stelle steht in jedem Fall die Wiederverwertung“, so Helmut Strauß vom Bezirksamt Eimsbüttel. Für viele Menschen sei es leider die einfachste Lösung, das Fahrrad einfach stehen zu lassen. „Was den Fahrradschrott betrifft, ist es schwierig, eine Generallösung zu finden“, sagt Helmut Strauß. Denn in den meisten Fällen ließen Menschen Räder aus persönlichen Gründen stehen.
So auch Anwohnerin Hannah Meier. „Bei einer Umzugsaktion habe ich mein Rad verloren.“ Immer wieder habe sie daran gedacht, es noch zu holen, schließlich aber vergessen.
Informatiker Remon Sadikni stellt seinen Drahtesel hingegen immer in seinem Fahrradhäuschen an der Ecke Methfesselstraße ab. Allerdings habe „er früher auch schon mal ein Fahrrad irgendwo vergessen“. Für Bauplaner Peter Bednarski ist es dagegen nicht nachvollziehen, Räder einfach stehen zu lassen. Sein Fahrrad „ist ein Wertobjekt“ und wird von ihm in der Wohnung abgestellt.
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Bernhard Kaiser aus Eimsbüttel | 04.12.2012 | 19:00  
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