Lokstedt: Wie Akelius an der Mietschraube dreht

Im Grandweg 92/92a lässt der Immobilienkonzern Akelius Wohnungen leer stehen.

Grandweg 92: Eigentümer lässt Seniorenwohnungen leer stehen und will teurer neu vermieten

Neuer Eigentümer, Umbauten, Leerstand: Mieter der Seniorenwohnanlage im Grandweg 92/92a fragen sich, was aus ihrer schönen Heimat wird.
Es ist ein ruhiges Fleckchen in Lokstedt: Vögel zwitschern, in den Bäumen rauscht der Wind, auf der Terrasse kann man schöne Sommertage verbringen. Vierstöckiger Neubau im Klinkerstil, Tiefgarage, alle Wohnungen sind mit dem Fahrstuhl erreichbar: ein perfektes Zuhause für Senioren. Dafür wurde das Haus 2007 auch gebaut: Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) errichtete den Neubau damals für ältere Menschen ab 60 Jahre. Doch voriges Jahr wurde an den schwedischen Immobilienkonzern Akelius verkauft. Seitdem stehen immer mehr Wohnungen leer, berichten Mieter. Aktuell zählen sie acht ungenutzte Apartments – das sind knapp 20 Prozent der Anlage. Was soll daraus werden?
Der Immobilienkonzern Akelius ist bekannt dafür, dass er Häuser in guten Lagen aufkauft, aufwertet und dann teuer neu vermietet. Der Verein Mieter helfen Mietern hat das Treiben des Konzerns im Schanzenviertel beobachtet: Dort wurden bis zu 17 Euro pro Quadratmeter bei Neuvermietungen gefordert, in anderen Vierteln gar 20 Euro.
In Lokstedt will Akelius zu „marktüblichen Konditionen“ neu vermieten: für 12 bis 16 Euro pro Quadratmeter. Die jetzigen Mieter zahlen elf Euro pro Quadratmeter. Angeblich werden die leer stehenden Wohnungen noch saniert. Aber was ist bei einem Neubau aus dem Jahr 2007 zu sanieren? Das fragen sich nicht nur die Mieter.
Sylvia Sonnemann vom Verein Mieter helfen Mietern: „Akelius ist gnadenlos und verlangt vollkommen überzogene Preise für Neuvermietungen. Der Konzern ist nur auf Profit aus.“ Ein Argument mehr, mit einer Preisbremse überzogenen Forderungen bei Neuvermietungen einen Riegel vorzuschieben, so Sonnemann.
Die Mieter in Lokstedt bangen nun um ihr behagliches Zuhause. „Viele Nachbarn haben Angst, dass sie hier vertrieben werden“, sagt eine Bewohnerin.
Dem Bezirksamt Eimsbüttel ist der Fall bekannt. Umbauten und Aufwertungen könne man aber nicht verhindern, heißt es.
Interview: Das sagt die AWO
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