Lokstedt: Streit um ein Wohnquartier

Nicht einverstanden: Kleingärtner und Unterstützer protestieren. (Foto: Bettina Bott)
Hamburg: KGV Mühlenkoppel |

Investoren planen mit Rückendeckung von Politikern – Schrebergärtner protestieren gegen Baupläne auf ihren Parzellen

34 Schrebergärten an der Julius-Vosseler-Straße sollen weg, 220 Wohnungen sind dort geplant. Im Streit um den Wohnungsbau stehen sich Kleingärtner und Bauherren unversöhnlich gegenüber - die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist geplant?

Auf einer etwa 19.000 Qadratmeter großen Fläche der jetzigen Kleingartenkolonien Mühlenkoppel und Scheinwerfer an der Julius-Vosseler-Straße ist der Bau von 220 Wohnungen geplant. Investoren sind das Unternehmen Quantum (110 Wohnungen, frei finanziert) und die Genossenschaft dhu (110 Wohnungen, öffentlich gefördert). Das neue Quartier soll eine Kita, einen Spielplatz und einen grünen Innenbereich umfassen. Aufgegeben wird für den Neubau eine dhu-Immobilie mit günstigen Wohnungen an der Hagenbeckstraße 100 bis 112 (56 günstige Wohnungen). Dort sind Ersatzparzellen für die Kleingärtner vorgesehen. Unterm Strich entstehen also 54 billige Wohnungen neu und 110 frei finanzierte.

Was kritisieren die Gegner?
Den Abriss der „mit Fernheizung“ ausgestatteten Häuser der Genossenschaft ,Deutsche Heimunion' (dhu), die äußerlich zwar einen vernachlässigten Eindruck machen, aber 56 äußerst günstige Wohnungen umfassen.“ Der Neubau auf der jetzigen Kleingartenkolonie bedeute den „Verlust von mehr als einem Hektar innerstädtischen Grüns im Stadtpark Eimsbüttel“.

Was sagen die Investoren zum Grünverlust?

Quantum und dhu wollen den Schrebergärtnern die Pläne mit Ersatzflächen schmackhaft machen: 14 Parzellen sind an der Hagenbeckstraße 100 bis 112 geplant, 20 in einem Kleingartenverein an der Hagenbeckstraße, 20 weitere auf einem Grundstück an der Niendorfer Straße. Einwände gegen den Neubau sind auch bei SPD, CDU und Grünen kein Thema mehr.

Hintergrund
Über ein Wohnquartier auf der jetzigen Kleingartenfläche wird bereits seit Jahren diskutiert, 2011 wurden die Schrebergartenparzellen als mögliche Fläche für Wohnungsbau in das Programm des Bezirks Eimsbüttel übernommen. SPD, Grüne und CDU in Eimsbüttel sind für die Bebauung, die Linke schlägt sich auf die Seite der Kritiker. Ein Bürgerbegehren der Kleingärtner gegen die Baupläne hat das Bezirksamt Eimsbüttel gestoppt.

Investoren-Infos zum Quartier :
❱❱ www.julius-vosseler-siedlung.de
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3 Kommentare
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 17.11.2016 | 10:09  
Carsten Vitt aus Eimsbüttel | 17.11.2016 | 10:30  
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 17.11.2016 | 11:03  
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