Lesen jenseits des Massengeschmacks

Stoff zum Lesen bietet Sara Lisa Schäubli noch bis Ende November an der Weidenallee. (Foto: KP Flügel)

Sara Lisa Schäubli und ihr Laden für ungewöhnliche Magazine in der Weidenallee

KP Flügel, Eimsbüttel

Illustrierte wie Stern, Spiegel, Bunte oder Gala gibt es an jedem Zeitschriftenkiosk. Wer aber Magazine jenseits des Massengeschmacks sucht, muss sich diese entweder bestellen oder aus dem Ausland mitbringen. Genau hier setzt Sara Lisa Schäubli mit ihrem Kurzzeit-Laden für unabhängige Printmagazine an. In der Weidenallee 61 bietet sie noch bis Ende November Zeitschriften an, die entweder gar nicht oder höchst selten am Kiosk zu finden sind. Kaufzwang besteht nicht: Leser können auch gegen Spende schmökern, der Laden soll eher ein Treffpunkt sein.
Auf ihre Geschäftsidee ist Sara Lisa Schäubli vor einem Jahr gekommen. Sie erfuhr von einem Magazin-Laden in ihrer Heimatstadt Zürich und brachte das Konzept nach Hamburg. Mit Hilfe einer Crowfunding-Kampagne über eine Internet-Plattform warb sie innerhalb von vier Wochen 9.000 Euro ein.
Ihr Angebot wählt die Ex-Züricherin nach subjektiven Kriterien aus. „Mein Lieblingsmagazin ist das ‚Reportagen‘. Beim Reisetitel ‚Il Paradiso‘, das pro Ausgabe immer ein Land behandelt, habe ich immer das Gefühl, jemand hat mir in den Kopf geguckt und genau die Themen, die mich interessieren, in die Ausgabe gepackt.“ Dann zählt sie noch das „Delayed Gratification“ auf. Bei diesem Magazin werden die News der letzten drei Monate aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert. „Das liegt mir sehr, weil ich mit den täglichen Nachrichten nicht richtig Schritt halten kann.“

Positive Reaktionen – es soll weitergehen

Geht es weiter nach den zwei Monaten in Eimsbüttel? „Ich werde mich in mein stilles Kämmerchen zurückziehen, um das mal emotional und finanziell aufzuarbeiten. Aber es wird auf jeden Fall woanders weitergehen. Dazu sind die Reaktionen und das Feedback zu positiv. Die Leute freuen sich, die Magazine nicht nur von weitem zu sehen, sondern sie in die Hand nehmen zu können.“
Außerdem schließt sie eine Rückkehr zum Journalismus, den sie in Winterthur studiert hat, nicht aus. „Ich merke, je mehr ich mit gutem Lesestoff umgeben bin, desto mehr habe ich Lust, wieder selbst zu schreiben.“

Sara Lisa Schäubli
Sara Lisa Schäubli hat nach ihrem Studium an der ZHAW (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften), Studiengang Journalismus und Organisationskommunikation, Praktika beim Wirtschaftsmagazin Enorm und beim Greenpeace Magazin gemacht und danach als Redakteurin und Lektorin in einer Agentur gearbeitet. 2014 kam sie der Liebe wegen nach Hamburg.
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