Lernen im Container: Sie finden es gut

„Eigentlich ist es hier ganz gemütlich“: Die Kinder der Panther-Gruppe an der Schule Rellinger Straße lümmeln noch ein bisschen auf dem Sofa vor dem Unterricht. Foto: cv
Eimsbüttel – Sie lümmeln noch ein bisschen auf dem Sofa vor dem Unterricht. Zu Besuch in der Panther-Gruppe der Schule Rellinger Straße:Die 20 Viert- und Fünftklässler lernen in einem knallroten Container, der auf dem Pausenhof steht. Im Schulgebäude ist kein Platz mehr. Schlimm? „Eigentlich ist es ganz gemütlich, nicht so laut und wir sind etwas für uns“, sagt Estelle (10). „Ungewohnt, aber gut“ findet Alissa den neuen Klassenraum. Und Till (9) freut sich darüber, dass er keine Treppen mehr steigen muss.
Auf den ersten Blick wirkt es wesentlich heller als in anderen Klassenräumen, und die ebenerdige Aussicht aus den zahlreichen Fenstern hat auch was. Na ja, draußen steht noch ein Bauzaun, man blickt auf Pfützen und Erdhaufen. Lehrer Stefan Wilken lobt die „angenehme Atmosphäre, es ist gut gedämmt und hell“. Ein Manko sei aber die niedrige Decke – und es fehlt an Platz. „Der Vorraum ist viel zu klein für zwei Lerngruppen“. Nebenan ist die „Känguru-Gruppe“ untergebracht. Insgesamt 41 Kinder lernen in den zwei Containern. Jeder hat eine Fläche von etwa 70 Quadratmetern. Im Schulgebäude gabs dazu noch jeweils einen Gruppenraum. Das ist hier nicht drin.
Fazit: Es ist offenbar nicht so schrecklich, wie manche Kritiker befürchteten, aber auch nicht optimal. Wilken sieht es als eine „Übergangslösung für ein paar Jahre“.
Insgesamt stehen nun vier Container unterschiedlicher Bauart an der Rellinger Straße. „Die Spielfläche für die Kinder ist verringert, aber noch gibt es genügend Bewegungsraum“, sagt Schulleiterin Petra Stumpf. Der derzeit abgesperrte Bolzplatz soll in den nächsten Wochen wieder provisorisch hergerichtet werden.
„Wir sind vorerst zufrieden, aber nicht glücklich mit der Lösung und würden uns über die Bewilligung eines Zubaus freuen“, so Stumpf. In Sicht ist das noch nicht. Wenn die Schule Rellinger Straße so beliebt bleibt wie bisher, heißt das: Nächstes Jahr müssten zwei weitere Container aufgestellt werden.

Wie ist es an anderen Schulen?
Platz fehlt auch an anderen Schulen, auch dort stehen nun Container. Die Schule Lutterothstraße nutzt zwei „mobile Klassenräume“ als Mensa. Auch dort knapsen die Provisorien Spielfläche vom Sportplatz ab.
In der Grundschule Hoheluft – seit August Ganztagsschule – stehen ebenfalls zwei Container auf dem Pausenhof. „Bisher sind alle Kollegen, die darin arbeiten, zufrieden, und auch (fast) alle Eltern sind nun einverstanden“, sagt Schulleiter Herbert Neumann.
Ein Container kostet laut Schulbehörde etwa 42.000 Euro Miete pro Jahr.
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