Lenzsiedlung: Weiter Sorgen ums Geld

Warnten im Sommer vor massiven Kürzungen in Lokstedt: Petra Lafferentz (Alraune) und Ralf Helling (Verein Lenzsiedlung). Nun ist das Sozialcafé von Alraune vorerst gerettet, das Bürgerhaus muss keine Kürzungen verkraften. Doch auf Dauer stehen die vielfältigen Angebote für den Saga-Hochhauskomplex auf wackligen Beinen. Foto: cvs

Keine Kürzungen mehr, aber die Arbeit im Bürgerhaus steht finanziell weiterhin auf wackligen Beinen

Gerade nochmal die Kurve gekriegt: Das Café Veronika im Bürgerhaus der Lenzsiedlung in Lokstedt musste doch nicht schließen, wie noch vor einigen Wochen befürchet wurde. Dank einer neuen Kooperation konnte Betreiber Alraune das Angebot aufrechterhalten. Und das Bürgerhaus selbst muss – zumindest dieses Jahr – keine Kürzungen verkraften. Alles wieder gut nach den Turbulenzen der vergangenen Monate? Mitnichten.
„Wir sind froh, dass die Kürzungen zurückgenommen worden sind“, sagt Ralf Helling, Geschäftsführer des Vereins Lenzsiedlung. Auch nach der Machtübernahme der SPDim Februar blieben die Sparvorgaben für etliche soziale Einrichtungen bestehen. Erst im Herbst kam das Signal: Die Bürgerhäuser bekommen die gleichen Zuschüsse wie 2010.
Im Fall der Lenzsiedlung bedeutet das: Mit 104.000 Euro kann das Bürgerhaus auch 2011 wirtschaften. „Eigentlich hätten wir 2011 bis 2014 insgesamt 13.360 Euro einsparen müssen“ so Helling. Klingt nicht nach viel. Aber im komplizierten Geflecht des Hauses kann selbst ein kleiner Teil, der wegfällt, zum Problem werden. „Die Bürgerhäuser sind an sich unterfinanziert“, so Helling. Das Personal auf den sechs festen Stellen des Vereins sei häufig über die eigentliche sozialpädagogische und inhaltliche Tätigeit hinaus damit beschäftigt, Geld einzuwerben.
Um Angebote zu machen, sei der Verein auf Zuschüsse und Kooperationspartner angewiesen, da dafür das Geld nicht reiche.
Helling ist froh über das schicke neue Haus, das im vorigen Fühjahr bezogen wurde. „Damit haben wir mehr Möglichkeiten, aber auch höhere Betriebskosten und einen größeren Aufwand für Veranstaltungen.“
Wie es mit den Zuschüssen fürs Bürgerhaus aussieht, ist derzeit noch unklar. „Wir wissen noch nicht, womit wir rechnen können, da es noch keinen Haushalt für 2012 gibt“, so Helling. Ebenfalls offen ist, welche Projekte aufgrund der Kürzungen bei Ein-Euro-Jobs verkleinert oder ganz gestrichen werden müssen. Die Entscheidungen der Behörde stehen noch aus.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.