Lebensfreude trotz ärmlicher Hütten

Viele Menschen in Laos leben in einfachen Holzhütten. (Foto: Pahnke)

Soweit das Fahrrad trägt - Folge 4: Eimsbütteler radelt von China nach Laos

Von Gaby Pöpleu

„Über alles darf man schmunzeln, persönlich nimmt keiner die Ansichten eines auffällig großen Europäers“, sagt Anselm Pahnke. Mit zwei Reisebegleitern aus Bielefeld radelte der Eimsbütteler durch China nach Laos. „China ist spannend“, lautet sein Urteil, „Laos dann ein Kulturschock.“
Radfahren durch chinesische Millionenstädte wie Kunming im Süden ist allerdngs eher schwierig: Der Verkehr ist laut und dicht, wälzt sich zwischen verglasten Hochhäusern und rostigen Baukränen durch den Smog. „Über Tage begleitet uns der Anblick diverser Großbaustellen“, erzählt Pahnke. „Auf dünnen Bambusgerüsten wuseln emsige Arbeiter in zerrissener Kleidung umher und balancieren in Flipflops waghalsig über dem Abgrund.“ Der Grund: China baut an einer weiteren mehrere Hundert Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke, teilweise auf hohen Betonpfeilern durch grüne Reisfelder und kleine Dörfer. Rechts und links davon: Autobahn und Überlandstraße.
Die Chinesen erscheinen Pahnke eher unnahbar: „Wenn ich Arbeitern in ihrer Mittagspause zuwinkte, zucken die kaum mit der Wimper.“ Im Supermarkt unterhält man sich auch eher zurückhaltend, begrüßt sich nur mit einem kurzen Blick.

Tropische Landschaft und technische Probleme

Laos dagegen erscheint dem Weltreisenden als das krasse Gegenteil: Steile Straße winden sich durch endlose Hügel und tropisch grüne Landschaft.
„Aus allen Richtungen kommend rufen Kinder uns ‘Sabaideeeee’ zur Begrüßung engegen, wenn wir durch ihre kleinen Dörfer fahren“, sagt Pahnke. Die Landschaft ist beeindruckend tropisch: Erst kämpft sich die Sonne durch dichte Nebelfelder und lässt das nasse Grün der Sumpflandschaften erstrahlen.

Heftige Steigung war zuviel für die Gangschaltung

In Laos hat Anselm Pahnke mit der Technik zu kämfen: Ein Pfad mit 20 Prozent Steigung und mehr - das war zuviel für die Gangschaltung. „Es krachte gewaltig und ich wusste gleich, dass etwas sehr ungünstiges passiert ist“, erinnert sich Pahnke. Die Schaltung war verbogen und eine wichtige Feder zerbrochen.
Doch nach einer Stunde Basteln hatte Pahnke die gebrochene Feder mit einer Bambus-Gummiband-Konstruktion soweit wieder in Gang gesetzt, dass er immerhin vier Gänge benutzen konnte. Die Belohnung für die Strapazen: ein atemberaubender Ausblick. Pahnke: „Wenig später durchbrachen wir die Wolkendecke. Wie Fingerhüte lugten die Berge durch den strahlend weißen
Nebel - einzigartig!“

Weiter unterwegs

Anselm Pahnke ist weiter auf dem Drahtesel unterwegs. Weil der Weltreisende
so viel zu erzählen hat, werden wir ihn weiter begleiten: Das Elbe Wochenblatt berichtet in loser Folge von den Erlebnissen des Eimsbüttelers.
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Kinkeo Xayapheth aus Eimsbüttel | 28.02.2016 | 19:37  
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