Laut! Ungesund! Behörden ist das schnuppe

Laut und gefährlich: Vor allem Anwohner, Radler und Fußgänger leiden unter der Verkehrssituation an der Kieler Straße. (Foto: cvs)

Anwohner der Kieler Straße beklagen: Seit einem Lärmforum vor mehr als fünf Jahren hat sich nichts getan

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

Lärm, Raser und Rotlichtsünder: Nach dem Wochenblatt-Bericht über die gefährliche Fußgängerampel in Höhe der Torstraße klagen Leser über weitere Missstände an der Kieler Straße. „Nach Feierabend verwandelt sich die Kieler Straße in einen weitgehend rechtsfreien Raum“, schreibt zum Beispiel Anwohner Dirk Hasenbank. „Rotlichtverstöße und weit überhöhte Geschwindigkeiten motorisierter Verkehrsteilnehmer sind an der Tagesordnung. Insbesondere nachts und am Wochenende ist der Lärm teilweise unerträglich, von der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ganz zu schweigen.“ Von Polizei und Verwaltung werde dieser Zustand seit Jahren ignoriert, ärgert sich Hasenbank. Auch ein von der Behörde organisiertes „Lärmforum“ im Jahr 2010 habe keinerlei Wirkung gezeigt.
Bei dieser Veranstaltung hatten Anwohner zahlreiche Anregungen zur Verbesserung der Wohnsituation an der Kieler Straße eingebracht. Vorgeschlagen wurden etwa Geschwindigkeitskontrollen, Fahrverbote für Lkws sowie stationäre Blitzanlagen. Behördliche Messungen an der Fahrbahn hatten durchweg Werte von mehr als 70 Dezibel ergeben („Lärmrelevanz: sehr hoch“). „Ab Frühjahr 2011 wird sich die Hamburger Verwaltung mit den Ergebnissen auseinandersetzen und eine Vorlage für einen zusammenfassenden Lärmaktionsplan für den Ballungsraum Hamburg erstellen“ – so hieß es noch zum Abschluss des Lärmforums, das aufgrund einer EU-Verordnung ins Leben gerufen wurde. Allerdings warten die Betroffenen weiterhin darauf, dass sich etwas tut. Bemerkenswert: Weder von der Verkehrs- noch von der Innenbehörde konnte das Elbe Wochenblatt erfahren, was geplant ist und was bereits realisiert wurde.
Ab Oktober müssen Anwohner weitere Lärmbelästigungen ertragen: Die gesamte Straßendecke zwischen Eimsbütteler Marktplatz und der Kreuzung Sportplatzring wird erneuert. Die Bauarbeiten sollen rund zwei Monate andauern. Verwendet wird eine Art „Flüsterasphalt“. „Für diesen lärmmindernden, feinkörnigen Splittmastix-Asphalt kann von einer Lärmminderung von rund zwei Dezibel bei einer mittleren Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern ausgegangen werden“, sagt Richard Lemloh, Sprecher der Verkehrsbehörde.
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