„Lasst uns unsere Parkplätze!“

Verärgert über Pläne der Schiffszimmerer-Genossenschaft: Carolin und Karsten Dallmeyer sowie Katrin Tannert (v.l.)

Lokstedt: Genossenschafts-Mieter am Rimbertweg wehren sich gegen „Parkplatzklau“

Die Schiffszimmerer-Genossenschaft will neue Wohnungen auf Parkplätzen bauen – da gibt es Ärger. Lokstedter Mieter am Rimbertweg fühlen sich übergangen und protestieren gegen „Parkplatzklau“.
Eine Garagenzeile und etliche Stellplätze im Freien am Rande der Schiffszimmerer-Siedlung am Rimbertweg sollen weg. Die Genossenschaft plant dort den Neubau von zwei viergeschossigen Häusern samt Tiefgarage. Allerdings sollen statt wie bisher 117 Stellplätze zukünftig nur noch 97 vorhanden sein – obwohl es zirka 40 neue Wohneinheiten geben wird.
Mitglieder der Genossenschaft kritisieren dieses Vorgehen. „Hier wird rundherum viel gebaut, die Parkplatzlage in den öffentlichen Straßen wird immer kritischer“, so Kat-rin Tannert. Genossenschaftsmitglieder formulierten Protestschreiben, mehr als 200 seien an die Schiffszimmerer geschickt worden. Bei einer Unterschriftensammlung hätten sich zudem 70 Prozent der Bewohner gegen die Pläne ausgesprochen. Doch geändert hat das offenbar nichts: Mittlerweile wurden die Garagen gekündigt, im Februar soll der Abriss beginnen. „Wir fühlen uns überrannt“, so Carolin Dallmeyer.
Zudem habe sich die Genossenschaft „freigekauft“: Es hätten nach rechtlichen Vorgaben 20 Parkplätze mehr geschaffen werden müssen. Für die fehlenden Stellplätze zahlt die Schiffszimmerer eine Ablösesumme von 120.000 Euro. Das Bezirksamt Eimsbüttel bestätigt das.
Thomas Speeth, Prokurist der Genossenschaft, weist die Kritik zurück. Die Mitglieder seien frühzeitig per Rundschreiben informiert worden, es habe zudem keinen Widerspruch gegeben. Er könne die Kritik verstehen, doch es sei grundsätzlich schon lange bekannt gewesen, dass dort etwas passiere. „Wir schaffen so viele Parkplätze, wie es geht. Aber mehr war leider nicht möglich“, so Speeth.
In den zwei Häusern entstehen 16 geförderte Wohnungen (Miete knapp unter sechs Euro) und 24 frei finanzierte Wohnungen (Miete zwischen acht und 10,50 Euro). Weitere Neubauten seien am Rimbertweg nicht vorgesehen, so Speeth.
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