Kundenzentrum Stellingen – vom Bezirksamt bewusst geschwächt?

Harsche Kritik am Bezirksamt Eimsbüttel – alternativer Standort in Stellingen unwahrscheinlich

Der Ton im Streit um das Stellinger Kundenzentrum wird schärfer: Vereine und Lokalpolitiker aus Stellingen und Eidelstedt kritisieren die Schließung der Servicestelle einhellig. Das Bürgerkomitee Stellingen plant eine Demonstration für Dienstag, 20. März. Ende März sollen am Basselweg die Lichter ausgehen. Offizielle Begründung: Personalmangel. Die Stellinger Mitarbeiter werden die Kundenzentren in Niendorf und Eimsbüttel verstärken.
So manche Politiker werfen hingegen dem Bezirksamt vor, das Kundenzentrum vor die Wand gefahren zu haben. CDU-Politiker sprechen von „mangelhafter Personalführung und Personalsteuerung des Bezirksamts“. Dieses habe „durch Personalausdünnung und Fehlbesetzung einzelne Abteilungen in einen nicht arbeitsfähigen Zustand versetzt“. Damit werde dann eine regionale Schließung gerechtfertigt, heißt es in einem Antrag.
Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke äußert sich zu solcher Kritik derzeit nicht, lässt den Vorwurf aber von Sprecher Stephan Glunz zurückweisen. Die Kundenzentren insgesamt würden durch die Verteilung der Stellinger Mitarbeiter auf die wesentlich stärker frequentierten anderen Kundenzentren dauerhaft im Interesse aller Bürger stabilisiert, so Glunz.
Beim Bürger- und Heimatverein Stellingen kommt das Aus wenig gut an: „Die von der Regierungspartei angekündigte Bürgernähe ist aufgrund dieser Maßnahme nicht mehr zu erkennen“, heißt es in einem Schreiben. Das Bezirksamt mache sich mit der Schließung zum „unrühmlichen Vorreiter“ unter den sieben Bezirken. Kein anderer plant derzeit offenbar, ein Kundenzentrum dicht zu machen.
„Wir lassen es nicht zu, dass Stellingen zum ,Verkehrs- und Gewerbeklosett' von Hamburg wird und uns noch der letzte Rest genommen wird“, so Cornelia Mertens, Sprecherin des Bürgerkomitees Stellingen. Zur Sitzung am Dienstag, 28. Februar, wird Bezirksamtsleiter Sevecke zur Aussprache erwartet. Beginn: 19.30 Uhr im TSV-Heim, Sportplatzring 47.

Anderer Standort nahe Hagenbecks Tierpark: Zu teuer
Gibt es noch eine Alternative zur Schließung? Das Bezirksamt prüfte auf Wunsch der Politik, das Stellinger und Niendorfer Kundenzentrum in einem Büro-Komplex nahe Hagenbecks Tierpark zusammenzulegen. Ergebnis: viel zu teuer. Laut Bezirksamtssprecher Stephan Glunz würde diese Lösung mehr als 100.000 Euro zusätzliche Miete pro Jahr bedeuten, zudem müssten in die Ausstattung noch etwa 220.000 Euro investiert werden. Zudem laufen die Mietverträge für die Kundenzentren in Stellingen und Niendorf noch bis 2026 beziehungsweise 2022.
Die SPD-Fraktion regt nun an, ein mobiles Kundenzentrum oder einen Fahrservice von Stellingen zum Grindel einzurichten. Auch „Hausbesuche“ von Mitarbeitern werden vorgeschlagen.
Am Donnerstag, 23. Februar, wird über das Reizthema Kundenzentrum in der Bezirksversammlung diskutiert. Beginn: 18 Uhr im Bezirksamt, Grindelberg 66 (12. Stock).
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Hartmut Obens aus Eimsbüttel | 23.02.2012 | 15:38  
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