Kundenzentrum Stellingen: Klinisch tot

Gestrichen: Das Kundenzentrum Stellingen gibts nicht mehr – zumindest nicht mehr im Hamburg-Handbuch, einer Adress-Sammlung zum Behördendschungel.

Kein Eintrag mehr im Hamburg-Handbuch – eine Glosse

Der Patient ist tot, aber wir reden nochmal über die Rettung – so lässt sich der jüngste Streich des Bezirksamts Eimsbüttel zusammenfassen. Während über die Zukunft des Stellinger Kundenzentrums in einer Kommission noch gerungen wird, ist die von der Schließung bedrohte Servicestelle in einem Behördenwegweiser bereits getilgt. Das Kundenzentrum am Basselweg taucht in der Neuauflage des Hamburg-Handbuchs gar nicht mehr auf. Zufall? Wohl kaum.
Rückblende: Anfang Februar teilte Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) den Bezirkspolitikern mit, dass das Kundenzentrum Stellingen geschlossen wird. Harsche Kritik, Politiker auf Zinne, eine Demonstration – der Gegenwind war entsprechend stark. Es gab eine Gnadenfrist: Seit April läuft ein Notbetrieb. Es sollte in einer Kommission noch mal nach Alternativen gesucht werden. Im Sommer werden am Basselweg 73 aber die Lichter ausgehen.
Offiziell begründet das Bezirksamt die Schließung mit Personalmangel, es könne in der kleinen Stellinger Einheit nicht verlässlich der entsprechende Service geboten werden, so das Argument. Offenbar ist der Personalmangel aber auch im Bezirksamt am Grindelberg groß. Denn dort wurde vergessen, rechtzeitig die Angaben für das Stellinger Kundenzentrum an die Redaktion des Hamburg-Handbuchs weiterzugeben. Das Bezirksamt spricht von einem „bedauerlichen Versehen“.
Man könnte auch sagen: Ist der Ruf erst ruiniert, streicht sichs gänzlich ungeniert!
Ach ja: Derzeit ist das Kundenzentrum im Notbetrieb montags von 8 bis 14 Uhr und dienstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Pässe und Ausweise können dort nicht mehr beantragt werden. Es gibt unter anderem Bescheinigungen und Auskünfte aus dem Melderegister, Fischereischeine, amtliche Beglaubigungen („nur in kleinem Umfang“), zudem können Sitzplatzausweise ausgestellt werden (wofür auch immer).
Im Klartext: Der Patient ist klinisch tot, da hilft auch kein Rumdoktern mehr.
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