Kummer-Nummer für Jugendliche

Monika Steininger leitet die telefonische Beratungsstelle der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz (ajs). (Foto: cvs)

40 Jahre Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche: Interview mit Einrichtungsleiterin Monika Steininger

Christopher von Savigny, Eimsbüttel

Liebeskummer, Zeugnisssorgen, Stunk mit den Eltern: Die Pubertät ist oft eine schwierige Lebensphase, in der junge Menschen ihren Weg im Leben zu finden versuchen. Unterstützung dabei bietet seit 40 Jahren das Sorgentelefon der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (ajs). Das Wochenblatt sprach mit Koordinatorin Monika Steininger.

Welche Fragen werden am häufigsten gestellt?

Ein paar Beispiele: Die Anruferin ist verliebt und fragt, wie sie mit ihrem Schwarm in Kontakt kommen kann. Oder: Alle Freundinnen habe schon ihre Regel, nur die Anruferin nicht, ist das normal?Mobbing und Streit mit den Eltern sind ebenfalls häufige Themen.

Was würden sie dazu sagen: „In meinem Schulzeugnis stehen dieses Jahr nur schlechte Noten. Ich traue mich gar nicht nach Hause. Was soll ich nur tun?“

Vielleicht sind deine Eltern von dem Zeugnis gar nicht so überrascht, wie du glaubst. Man bekommt ja auch schon während des Schuljahrs Noten und Rück-meldungen. Mein Vorschlag: Sprich mit deiner Klassen- oder Beratungslehrerin über deine Befürchtungen. Sie könnte im Vorwege mit deinen Eltern sprechen. Überlege, wer dich sonst noch unterstützen kann. Großeltern, Geschwister, Paten? Und wenn es dich interessiert und die Situation danach ist, frag deine Eltern nach ihrer Schulzeit.

Das Besondere an Ihrer Einrichtung ist, dass einmal pro Woche – am Sonnabend – Jugendliche selbst die Beratung ihrer Altersgenossen übernehmen. Sprechen sorgengeplagte junge Leute lieber mit Gleichaltrigen?

Für einen Teil der Anrufer ist es von Bedeutung, überhaupt einen Gesprächspartner zu finden, der anonym und mit Zeit und Ruhe zur Verfügung steht. Ein anderer Teil sucht vermutlich gezielt den Kontakt zu den jugendlichen Beratern, da sie an vielen Themen selbst noch sehr dicht dran sind. Die Erfahrung zeigt, dass sonnabends mehr Anrufe entgegengenommen werden als an Wochentagen.

Wie wird man bei Ihnen Berater? Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Gut ist es, wenn jemand gerne telefoniert, Interesse an anderen Menschen hat, gut zuhören kann, bereit ist über sich selbst nachzudenken und belastbar ist. Wichtig: Jeder ehrenamtliche Berater muss zuvor eine Schulung bei uns mitmachen.

Die Nummer des
ajs-Sorgentelefons:
11 61 11 oder
0800/111 03 33
(mo-sa 14-20 Uhr,
gebührenfrei)
Infos zu Schulungen:
410 98 00
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