Kriminalität – heile Welt in Stellingen?

Ausgebranntes Auto: Laut Polizei blieben Stellingen und Eidelstedt von solchen Brandstiftungen weitgehend verschont. Foto: cv

Polizei zeichnet undramatische Lage für den Stadtteil

Von Frauke Heiderhoff, Stellingen –
Raub, Körperverletzung, Auto-Diebstahl – solche Verbrechen gibt es in Stellingen und Eidelstedt vergleichsweise selten. Das hoben Sven Köhler und Lutz Schipper vom Polizeikommissariat 27 (PK 27) bei der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses hervor. „Insgesamt ist die Kriminalitätsentwicklung sehr niedrig“, sagt Polizeioberrat Köhler. So ist die Gesamtzahl der verzeichneten Fälle im Vergleich zum Vorjahr in Eidelstedt um 8,9 Prozent und in Stellingen um 9,1 Prozent zurückgegangen.
Auch die Häufigkeit schwerer Straftaten wie Wohnungsraub (gewaltsamer Überfall in den eigenen vier Wänden) sei im Vergleich zu anderen Stadtteilen wie St. Pauli und Mümmelmannsberg niedrig. Nicht einmal einen Raub pro Woche – in Stellingen und Eidelstedt zusammen – registrieren die Beamten. Das gleiche gilt für schwere Körperverletzung.
Die Polizisten machten für diese Entwicklung besonders das Beschwerdemanagement der Polizei verantwortlich: „Wir arbeiten effektiv mit Stadtteilpolizei und Behörden zusammen.“ Mitarbeiter des Hamburger Jugendschutzes seien regelmäßig in beiden Stadtteilen vor Ort. „Wir erhalten Hinweise, wann und wo es Auffälligkeiten gibt“, so Schipper.
Positiv: Es gelang den Polizisten, zahlreiche Einbrecher festzunehmen. „Wir haben eine kontinuierlich abfallende Kurve“ – auch wenn Eidelstedt und Stellingen an der für Einbrecher eher attraktiven Autobahn liegen, bilanziert Schipper. Zudem blieben Stellingen und Eidelstedt von Brandstiftungen an Autos weitgehend verschont.
Einziges Problem aus Sicht der Beamten: Das Sicherheitsgefühl der Bürger und die „objektive“ Lage „stimmen fast nie überein“. Beispiel: Gemäß polizeilicher Statistik sind einige Bevölkerungsgruppen mit hohem Risiko, zum Opfer zu werden, vergleichsweise wenig ängstlich. Zum Beispiel werden Männer zwischen 27 und 35 Jahren wesentlich häufiger Opfer einer Straftat als Frauen. Stark von Kriminalität bedroht fühlen sich jedoch meist weibliche Bürger.

Gesamtzahl registrierter Fälle:
Stellingen
2009: 2.835 Fälle
2010: 2.577 Fälle, davon 1.146 aufgeklärt (44,5 Prozent)
Eidelstedt
2009: 3.255 Fälle
2010: 2.964 Fälle, davon 1.300 aufgeklärt (43,9 Prozent)
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