Knatsch um die Wirtschaftskonferenz: Warum lügt das Bezirksamt?

Das Bezirksamt Eimsbüttel tut nicht immer, was die Politik beschlossen hat - darüber gabs nun Knatsch in der Bezirksversammlung.

Bezirksamt Eimsbüttel sagte Veranstaltung ab - Politik empört

Erst eine Absage, dann wird das geleugnet - was ist denn jetzt wieder los im Bezirksamt Eimsbüttel? Der Reihe nach.
In einem Ausschuss erfuhren die Lokalpolitiker, dass die Wirtschaftskonferenz, eine Art Mini-Messe für Unternehmen im Bezirksamt, dieses Jahr nicht stattfinden wird. Politiker aus allen Parteien formulierten flugs eine Protestnote: „Der Wirtschaftsausschuss ist empört über die kurzfristige Absage der Wirtschaftskonferenz und findet es nicht hinnehmbar, dass ein eindeutiger Beschluss der Bezirksversammlung ohne Rücksprache von der Verwaltung kassiert wird.“ Die Forderung: Die Konferenz soll stattfinden, Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) soll „dies sicherstellen“. Im Klartext: Der Behördenleiter soll auch tun, was die Politik mal beschlossen hat.
Das machte unter anderen Carsten Ovens (CDU) in der jüngsten Bezirksversammlung deutlich. Ob es Personalengpässe oder organisatorische Probleme waren, die zur Absage führten: „Dafür habe ich kein Verständnis“. Bemerkenswert: Auch die SPD-Fraktion, die Sevecke bei der Schließung des Kundenzentrums in Stellingen den Rücken stärkt, äußerte sich (ein bisschen) kritisch: „Das ist kein Umgang mit uns“, sagte Fraktionschef Rüdiger Rust. Es laufe wohl nicht optimal im Bezirksamt.
Was war also los? Chaos im Bezirksamt? Sind die Mitarbeiter überlastet? Hat es jemand einfach vergessen? Oder kippt die Konferenz, weil die Stelle der Wirtschaftsbeauftragten Ende Juni ausläuft und gestrichen wird? Antworten darauf gibts vom Bezirksamt nicht. Im Nachhinein wird die Absage gar geleugnet. „Die Wirtschaftskonferenz wird dieses Jahr zwar in etwas verkleinerter Form durchgeführt, aber trotzdem stattfinden. Dies hat im Wirtschaftsausschuss, gegebenenfalls durch interpretationsfähige Darstellung der Verwaltungsvertreterin, unter Umständen zum Eindruck der Absage geführt. Dieser Eindruck ist falsch“, schreibt die Pressestelle auf Anfrage. Teilnehmer der Sitzung widersprechen dieser Darstellung. Fragt sich nur: Warum lügt das Amt auch noch?

Verwirrung
Kleine Szene am Rande der Bezirksversammlung: Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke wurde darauf hingewiesen, dass es ja Controlling-Listen gebe, auf denen vermerkt sei, wie gerade welcher Beschluss der Politik bearbeitet werde. Das solle der Bezirksversammlung doch mal mitgeteilt werden. Sevecke sagte, er sei „ziemlich sicher, dass wir das weitergeben“. Ein Blick zu Verwaltungsmitarbeiter Günter Gollin - dieser zuckt aber ratlos mit den Schultern und schüttelt den Kopf. Nun ja, halt nochmal nachgucken.
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