Klo zu - Florapark verkommt zur Toilette

Daumen runter: Das Klohäuschen im Florapark ist seit Monaten zu. Anwohner John Breuker (l.) und Felix Schnor (Verein Kilimanschanzo) fordern, dass der Bezirk die Anlage endlich repariert und wieder aufmacht.
Hamburg: Florapark |

Sternschanze: Toilettenhäuschen ist seit Monaten abgesperrt

Es gibt ein Klo im Florapark, aber das ist seit Monaten zu. Was dabei herauskommt, sieht John Breuker jeden Morgen, wenn er seine Runde durch den Park hinter der Roten Flora dreht. „In den Gebüschen, in den Ecken, überall sind Haufen“, erzählt er. Die Leute, die sonst das Klo benutzen würden, machen nun einfach ins Freie. „Das ist mein zweites Wohnzimmer, das soll sauber bleiben“, sagt der 55-Jährige, der am Schulterblatt geboren wurde.
Breuker engagierte sich in den vergangenen Jahren dafür, dass der Park zwischen Schulterblatt, Julius- und Lippmannstraße sauber bleibt. Als Ein-Euro-Jobber sah er nach dem Rechten, schloss das Klohäusschen neben dem Spielplatz auf und reinigte es. Im Park gibt es zwei Spielplätze, den Kletterbunker des Vereins „Kilimanschanzo“, einen Bolzplatz und einen kleinen Hügel mit Sitzgelegenheiten, wo sich die Leute bei gutem Wetter treffen. Es gibt auch die Dealerszene, die zurückgedrängt werden soll. Aber das ist ein anderes Thema.
Seit Anfang des Jahres ist das Toilettenhäuschen zu. Schüler aus den Kletterkursen am Bunker, Besucher, Touristen: Sie alle müssen woanders aufs Klo gehen. „Vor allem für alte Leute, die vom Pflegeheim aus der Nachbarstraße hierher kommen, ist das ein Problem. Und es ist die einzige behindertengerechte Toilette weit und breit“, sagt Breuker.

Bezirksamt: Im Klohäuschen wohnten Obdachlose

Was ist los? Warum tut sich nichts? Antwort des Bezirksamts Altona: Der Abfluss ist kaputt, weil im Winter die Rohre eingefroren sind. Ob und wann das repariert wird, sei ungewiss. Laut Behörde kam es immer wieder zu Schäden, weil das Häuschen von Obdachlosen als Unterkunft genutzt worden war.
Das Bezirksamt will das nicht mehr dulden. An sich spreche nichts dagegen, das Klo zu reparieren und wieder zu öffnen – „jedoch nur unter der Voraussetzung, dass keine missbräuchliche Nutzung mehr stattfindet. Wie dieses sichergestellt werden kann, darüber muss mit den Interessenten, Anliegern und auch dem Verein Kilimanschanzo gesprochen werden“, so Bezirksamtssprecher Martin Roehl.

Diskussion beim Runden Tisch


Über die Situation im Florapark wird auch beim nächsten Runden Tisch Sternschanze diskutiert. Hauptthema: Der Drogenhandel und mögliche Gegenstrategien. Treffen ist am Mittwoch, 20. Mai, um 19 Uhr im Jesus Center, Schulterblatt 63.
Felix Schnor (Verein Kilimanschanzo)  und andere Aktive wollen unterdessen einen Verein gründen, der die Pflege des Klohäuschens übernehmen könnte. Wer die Vereinsgründung unterstützen möchte, kann sich an Schnor wenden unter 0174 - 21 23 323 oder per E-Mail: felix.schnor@gmx.de
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