Klassentreffen nach fast 60 Jahren

Aha, die war das: Mit alten Fotos fanden die Damen heraus, wer die ehemaligen Mitschülerinnen waren. (Foto: ap)

Ehemalige der Mädchenschule Eduardstraße erinnerten sich an ihre Schulzeit

Aimee Polzin, Eimsbüttel – Klaus war ein Mädchen-schwarm, die Lehrer waren Vorbilder, aber regelmäßig setzte es auch Schläge mit dem Stock:Erinnerungen an die Schulzeit vor mehr als 60 Jahren. 15 Ehemalige der damaligen Mädchenschule Eduardstraße trafen sich jüngst. Wer war das noch mal? Diese Frage war immer wieder zu hören. Aber zum Glück hatten die Damen ja ihre alten Schulfotos dabei.
Mittlerweile leben sie verstreut über ganz Deutschland, und auch in Kanada und Amerika sind einige zu Hause. Obwohl die Schülerinnen im Alter von 15 Jahren auseinandergingen, herrschte beim Wiedersehen eine vertraute Stimmung. Irmgard Jacobs hat das Treffen organisiert, das erste Mal kamen die ehemaligen Weggefährtinnen 18 Jahre nach dem Ende der Schulzeit zusammen.
Und wie denken sie heute über die Schulzeit? An Klassenfahrten und Ausflüge, wie die Schlittenfahrt im Volkspark oder die Abschlussfahrt ins Sauerland, erinnern sich die Damen gern. Auch auf Lehrerin Fräulein Happach lassen sie nichts kommen. „Sie war der Liebling aller, weil sie gerecht und immer hilfsbereit war“, erinnert sich eine damalige Schülerin. Andere Lehrer waren nicht so angesehen. Genüsslich wurde erzählt, wie ein Lehrer sich damals auf ein mit Kleber beschmiertes Kissen setzte. Das gab Ärger. Und Schläge. Nicht nur für Frechheiten, sondern auch für Nichtwissen. Die Lehrer schickten die Schülerinnen wahlweise auch in die Ecke oder vor die Tür.
„So manche Erziehungsmaßnahme von damals wäre heute noch angebracht“, meint Jacobs. Als ihr heute 40-jähriger Sohn eine Bananenschale fallen ließ, empörte sie sich. Da sagte der Sohn: „Da liegt doch sowieso schon Müll.“ Damals sei so etwas nicht denkbar gewesen.
42 Schülerinnen gingen in der Nachkriegszeit in eine Klasse. Neben Nähen und Werken gehörten auch Volkstänze und -lieder zum Unterricht. Besonders Spaß machte auch das Kochen und das gemeinsame Essen, sind sich die Ehemaligen einig.
Eines wollen die Damen aber nicht zurück: Von getrenntem Unterricht für Mädchen und Jungen halten sie alle nichts mehr.
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