Klassentreffen nach 60 Jahren: Beste Freundinnen

Das ist ‘ne Truppe: Die Ehemaligen der Mädchenklasse der katholischen Schule hatten gute Laune beim Wiedersehen. (Foto: Calvi)

Ehemalige Mädchenklasse der katholischen Schule Am Weiher erinnert sich

Von Jenifer Calvi, Eimsbüttel

Das war ein Geschnatter – wie damals auf den Bänken in der katholischen Mädchenschule am Weiher! 1946 kamen sie in die erste Klasse, vor 60 Jahren trennten sich ihre Wege. Nun trafen sich die Ehemaligen wieder.
Die elf Damen, die sich vorige Woche im Restaurant Einstein in der Osterstraße versammelt haben, sind nicht nur alle waschechte Eimsbüttelerinnen, sondern auch richtig guter Stimmung. Und voller lustiger Erinnerungen! Rund die Hälfte der alten Klasse ist gekommen, zwei sind krank, eine weit weg in Amerika ...
Da ist Christel im modernen Leo-Look, die damals mit Vorliebe im Klassenraum Schlager sang – und dafür immer rausflog: „Kennen Sie noch ,Egon, Egon’ oder ,Wenn bei Capri die Rote Sonne im Meer versinkt’?“ Oder Edith, die „immer Ruhige“, wie ihr liebevoll von Freundin Helga attestiert wird. Sie hat zusammen mit Christa, die auf den Klassenfotos meist in der der ersten Bankreihe saß, das Ehemaligen-Treffen organisiert: „Nicht per E-Mail, natürlich telefonisch!“
1946 in die Volksschule eingeschult, nach der 6. Klasse abgegangen, entweder auf die Oberschule oder in eine Ausbildung: Aus allen Eimsbütteler Mädchen mit ihren frechen Affenschaukeln und Flecht-Zöpfen ist etwas geworden. Dafür hat die Klassenlehrerin – Fräulein Schäfer – schon gesorgt.
So kam Helga nach ihrer kaufmännischen Ausbildung zu Axel Cäsar Springer in den Verlag und erinnert sich bis heute gern an ihre Zeit in der Anzeigenabteilung. Christa wanderte nach einem Jahr höhere Handelsschule als Au Pair nach England aus. Edith lernte Herrenschneiderin und leitete eine Näherei, in der die schnittigen, damals auch blauen, Hamburger Polizeiuniformen gefertigt wurden.
Warum halten die Eimsbütteler Mädels nach so langer Zeit immer noch so fest zusammen? Die Damen sind sich einig und Christel, die irgendwann nach Wandsbek gezogen ist, spricht für alle: „Wir sind bodenständig aufgewachsen, waren nie oberflächlich. Die Zeiten waren ja nicht einfach. Schulspeisung gab es von den Amerikanern, am Weiher kletterten wir über Schutthaufen, es herrschte Lehrermangel. Wir sind viele Wege zusammen gegangen.“

Kleine Chronik der Schule Am Weiher
1893: Eröffnung zweier erster Klassen unter der Leitung einer Ordensschwester
1906: Die römisch-katholische Gemeinde beschließt die Erweiterung der Schulgebäude und den Bau einer Kirche. Mädchen und Jungen wurden streng getrennt unterrichtet.
1938: Die Schule wird durch die Nationalsozialisten geschlossen.
1945: Die Schule wird durch Ordensschwestern wiedereröffnet.
1947: Durch Eigeninitiative der Eltern werden die Klassenräume renoviert.
1965-1967: Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler wächst, das Schulgebäude wird ausgebaut.
1993: 100. Geburtstag der Katholischen Schule Am Weiher.
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