Klassentreffen nach 50 Jahren: "Frauke, bist du das?"

Die Abschlussklasse des Jahrgangs 1965 von der Schule Tornquiststraße: „Wir treffen uns, um alte Zeiten aufzuwärmen“, sagt einer der Ehemaligen. (Foto: cvs)

Eimsbüttel: Ehemalige der Schule Tornquiststraße trafen sich

Christopher von Savigny, Eimsbüttel
Ein langer, prüfender Blick, gefolgt von der Frage „Frauke, bist du das?“ und der vagen Hoffnung, damit richtig zu liegen. Oder auch gar keine Worte, sondern nur gucken und darauf warten, dass der andere die Initiative ergreift. „Bei mir dauert es manchmal eine halbe Stunde, bis es Klackklack macht und ich die Stimmen und die Gesichter wieder zuordnen kann“, sagt Christel Henschel, geborene Klüß.
Die ehemalige 9. Klasse der Schule Tornquiststraße trifft sich nicht besonders häufig, nämlich nur alle fünf Jahre im Durchschnitt. Aber an diesem Abend im Restaurant Zeus im Stellinger Weg ist es etwas Besonderes, weil sich der Schulabschluss zum 50. Mal jährt. 14 ehemalige Mitschüler haben sich zusammengefunden, die meisten mit 65 Jahren inzwischen im besten Rentenalter. Und auch, wenn man sich zu Beginn erstmal wieder kennenlernen muss – an die Schulzeit kann sich jeder sofort erinnern. „Im Grunde ist das ja mit heute gar nicht mehr vergleichbar“, sagt Angelika Rath. Denn an der Volksschule Tornquiststraße, heute eine Grundschule, wurden damals Mädchen und Jungen teilweise noch getrennt unterrichtet – jedenfalls im Fach Biologie. Und der Klassenlehrer, ein gewisser Herr Schramm, verteilte durchaus mal Schläge, wenn er es für nötig hielt.

Heidenrespekt vor dem Klassenlehrer


„Alle hatten einen Heidenrespekt vor ihm“, erinnert sich Rath. Trotzdem denkt sie gerne an früher zurück. „Wir haben ja auch viel gelernt“, sagt sie. „Und als wir dann das Abschlusszeugnis bekommen haben, war ich diejenige, die nicht wollte, dass wir auseinandergingen. Ich fand das schade!“ Wahrscheinlich aus diesem Grund ist Rath auch heute noch diejenige, die den Laden zusammenhält und ihre Ex-Mitschüler regelmäßig alle paar Jahre für ein Wiedersehen zusammentrommelt.
Nicht alle der ehemals 26 Mitschüler haben es heute ins Restaurant Zeus geschafft: Einige haben abgesagt, einige sind schon verstorben, andere unauffindbar. Der überwiegende Teil der „Schuljubilare“ lebt noch in Hamburg und Umgebung, einen hat es bis nach Australien verschlagen. Weitere Treffen sind in Planung. „Wir überlegen gerade, den Abstand auf drei Jahre zu verkürzen“, sagt Rath. „In Anbetracht unseres Alters sollte man das in Erwägung ziehen.“
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