Kirche mit neuem Entrée

Jetzt in orangerot: Matthias Schmidt (Architekt, l.), Johann Behringer (Deutsche Stiftung Denkmalschutz) und Sibylle Rehder (Kirchenkreis Hamburg-Ost) vor einem der neugestalteten Kirchenfenster. Foto: cvs
Hamburg: Christuskirche Eimsbüttel |

Das Portal der Christuskirche wird bis Ende September saniert

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

In rund 25 Metern Höhe pfeift den Besuchern der Wind um die Ohren. Architekt Matthias Schmidt zeigt auf ein Giebelkreuz, das sich oberhalb des Eingangs der Christuskirche befindet. „Hier war die Lackierung abgeplatzt, ein Teil des Kreuzes fehlte bereits“, erklärt er. Seit Anfang Juli wird das Westportal des Eimsbütteler Gotteshauses aufwendig saniert.
Über die Jahrzehnte hinweg hatten Wind und Wetter der schmucken Eingangsseite der Kirche kräftig zugesetzt: Ziegel waren gebrochen, Mauerwerk durch Versalzung und eindringendes Regenwasser brüchig geworden. Schäden gab es unter anderem an Gesimsen, Friesen, Wasserspeiern, Säulen, Stufen und Bodenbelägen sowie an Glasuren und Wandmalereien. Die Gesamtkosten liegen bei 210.000 Euro (siehe Kasten),
Auffälligste Neuerung sind die orangeroten Portalfenster, die laut Architekt Schmidt an die Originalkirche von 1886 erinnern sollen. „Damals bestanden die Einfassungen aus steinernem Maßwerk, in die man das Glas passgenau eingefügt hat.“ In der neuen Version kann man die Verzierungen als Sandstrahlornamente auf den Scheiben bewundern. „Die Farbe Orange passt gut zum roten Mauerwerk“, findet Schmidt. Zudem habe man schon beim Bau der Kirche im Jahr 1886 einen rötlichen Fugenzement gewählt – der im Laufe der Zeit leider ausgeblichen sei.
Für den Austausch der Fenster bestand höchste Dringlichkeit – die metallenen Streben, die die Scheiben gehalten hatten, waren bereits durchgerostet. „Wir wollten nicht Gefahr laufen, dass uns etwas auf den Kopf fällt“, sagt Jürgen Schmü-cker, stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats (KGR).
Die Christuskirche war Ende des 19. Jahrhunderts von Kirchenbaumeister Johannes Otzen im neogotischen Stil erbaut worden. Nachdem das Gebäude 1943/44 erhebliche Kriegsschäden davongetragen hatte, begann man in den 1950er Jahren mit dem Wiederaufbau – dies jedoch in einer weitgehend schmucklosen Form. Die aktuellen Arbeiten zielen darauf ab, den Originalzustand wieder herzurichten. Bereits 2008 war die – ebenfalls sehr aufwendige – Innenraumsanierung der Kirche fertiggeworden.


Kosten

An den Gesamtkosten von 210.000 Euro beteiligt sich die Kirchengemeinde Eimsbüttel mit 135.000 Euro. Den Rest teilen sich das Hamburger Denkmalschutzamt mit 40.000 Euro, und die Stiftung Denkmalpflege Hamburg hat 20.000 Euro beigetragen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die sich über die Lotterie Glücksspirale finanziert, hatte zur Sanierung einen Scheck in Höhe von 15.000 Euro beigesteuert.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.