Kinobesuch mit Behinderung

Am Freitag (6.1) besuchte ich mit meiner Frau das Holi, um uns den Film "Ziemlich beste Freunde" (übrigens sehr empfehlenswert) anzusehen. Da volles Haus zu erwarten war, kauften wir die Karten mit freier Platzwahl bereits am Nachmittag und fanden uns auch schon um 19.30 (Beginn 20 Uhr) im Foyer ein. Es waren zwar schon eine Menge Leute da, aber die Aussichten auf einen guten Platz waren vielversprechend. Doch was dann nach dem Einlass passierte, spottete jeder Beschreibung. Nahezu jeder der bereits Anwesenden belegte Plätze (bis zu einer halben Reihe), indem diese mit Jacken, Taschen, Schals, Mützen etc. als besetzt gekennzeichnet wurden. Uns fiel sofort das Phänomen in Hotelanlagen ein, wo die Liegen am Pool mit Handtüchern belegt werden, um anderen Hotelgästen die Benutzung zu verwehren, auch wenn die "Besetzer" erst Stunden später erscheinen. Unser Versuch, trotzdem einen dieser Plätze zu ergattern, löste nur Schimpftiraden aus. Das Ergebnis: Wir landeten in der dritten Reihe, wo der Genuss eines Films nur halbes Vergnügen ist. Chance auf einen akzeptablen Platz hatten wir keine, obwohl wir alles dafür getan hatten. Es siegten Egoismus und Unverfrorenheit und die sog. freie Platzwahl mutierte zur Farce.
Wir wundern uns, was in den Fussballstadien passiert oder erst jetzt aktuell beim Hallenfußballturnier in der Alsterdorfer Sporthalle. Der Schritt vom Verhalten in einem Kinosaal bis dahin ist m.E. nicht mehr allzu weit, weil Rücksichtnahme und Sensibilität für Allgemeininteressen immer mehr zum Fremdwort in unserer Gesellschaft werden.
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