Kinder und Erzieher bald auf der Straße? Das letzte Frühlingsfest in der Kinderstube Altona.

Hamburg: Kinderstube Altona e.V. |

Zumindest am jetzigen Standort im Herzen der Schanze, für den der Kita Anfang April überraschend und relativ kurzfristig der Mietvertrag gekündigt wurde.

Seit 40 Jahren kann man die Kinderstube in der Bartelsstraße 65 direkt neben dem Bauspielplatz finden. Zugegeben der Kinderladen ist nicht auf den ersten Blick zu entdecken und der zweite hat wahrscheinlich auch nicht sonderlich einladende Wirkung. Ein sanierungsbedürftiges Gebäude mit abenteuerlichem Treppenhaus, aber ist man erstmal im zweiten Stock angekommen und wird von den warmherzigen Erziehern in Empfang genommen, ist alles gut. Die Kinderstube ist rockig, alternativ, muckelig, familiär, ein bisschen retro, unglaublich fantasievoll und überhaupt einfach großartig. Eine Elterninitiative, in der sich jeder einbringen kann und Gemeinschaftssinn nicht nur als leere Floskel daher kommt. Gerade letzterer wird in diesen Tagen besonders gefordert, denn Anfang April hat die Kinderstube Altona die Hiobsbotschaft erhalten. Gebäude verkauft, Räumung bis zum Ende des Jahres, dann Abriss für ein Bauprojekt von Eigentumswohnungen.

Bedrückend ist nicht nur, dass dadurch möglicherweise Kitaplätze und Jobs verloren gehen, sondern mit der Kinderstube Altona könnte Hamburg auch eine Kita mit einem einzigartigen pädagogischen Konzept verlieren, denn bezeichnend ist nicht nur die tolle Atmosphäre in der Kinderstube, sondern auch die spielzeugfreie Erziehung.

Wie jetzt, kein Spielzeug für die Kinder? Richtig. Stattdessen wird selbst gebastelt, was das Zeug hält, aber natürlich auch getobt, gesungen, Bücher gelesen, Musik gehört und die Umgebung erkundet. Auf diese Weise lernen die Kinder sich miteinander zu beschäftigen und sich weniger abzulenken. Es wird also nicht nur die Fantasie angeregt, sondern auch die soziale Kompetenz gestärkt. Das Konzept ist im Rahmen eines Projektes der Suchtprävention entstanden und begleitet die Erzieher in ihrer Arbeit mittlerweile seit zwanzig Jahren.

Unvorstellbar, dass es die Kinderstube so nun nicht mehr geben soll. An Immobilien mangelt es zwar nicht, aber eine Kita ist bei den meisten Eigentümern leider nicht sehr gern gesehen. Hinzu kommen die behördlichen Anforderungen an die Architektur der Räume. Mal eben irgendwo einziehen ist nicht. Ein Umbau wird in jedem Fall erforderlich sein. Deshalb läuft die Zeit davon und der Druck Räume zu finden steigt.

Wer die Kinderstube unterstützen möchte, Räume zu vergeben oder diesbezüglich einen heißen Tipp hat oder einfach nur das Team und die Kinder kennenlernen möchte, ist herzlich zum Frühlingsfest am 23.04.2016 um 14:00 in der Bartelsstraße 65 eingeladen.
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