Kiez-Bilder im Hamburg-Haus

Der Fotograf Günter Zint zeigt während der 43. Hamburger Fototage Bilder vom Kiez sowie frühe Aufnahmen aus den 1960er Jahren. Auf den Fotos die Jimi Hendrix Experience, daneben Udo Lindenberg, noch ohne Sonnenbrille. Foto: rs
Hamburg: Hamburg-Haus |

Hamburger Fototage mit Schwerpunkt St. Pauli – Günter Zint und Torsten Baering zeigen Aufnahmen

Von Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Im richtigen Moment auf den Auslöser drücken. Das scheint der Garant für ein gutes Foto zu sein. Doch reicht das? Hohe Ansprüche an das Handwerk der Fotografen stellen jedes Jahr die Veranstalter der Hamburger Fototage, die im Hamburg-Haus in Eimsbüttel gezeigt werden. Ein Schwerpunkt der Werkschau: St. Pauli. Während der Fotograf Günter Zint seit Jahrzehnten immer wieder das Leben im Rotlichtmilieu dokumentiert, gelingen dem Sportfotografen Thorsten Baering eindrucksvolle Bilder vom wöchentlichen Kampf der Kiez-Kicker des FC St. Pauli um Punkte und Tore.
„Jedes einzelne Bild ist ein speziell in der Situation geschossenes Foto“, sagte Mitveranstalter Dieter Pfeil während der Eröffnung der Fototage. Pfeil, pensionierter Exportkaufmann und seit Jahrzehnten „nicht-professioneller“ Fotograf, würdigte die Arbeiten Zints, der seit einiger Zeit auch das St.-Pauli-Museum in der Davidstraße leitet. Zint, der als Reportagefotograf auch mit Günter Wallraff gearbeitet hat, äußert sich mit ironischer Distanz über die Ehrungen, die ihm derzeit selbst in seiner konservativen Heimatstadt Fulda widerfahren, und er frage sich schon mal: „Junge, was hast du falsch gemacht?“
Doch Kiez und Kiezclub sind nicht die einzigen Schwerpunkte der Ausstellung. Ein großes Thema bildet ebenso die Natur. Viele Fotografen nehmen strapaziöse Reisen auf sich, um in fremden Ländern Eindrücke zu sammeln, die sie hier nicht finden. Doch auch das Bild eines Rapsfeldes in der norddeutschen Tiefebene kann mit seinen kräftigen Farbkontrasten überzeugen.
Pfeil, Gründungsmitglied des Vereins Hamburger Fototage:„Wir haben immer versucht, gute Fotografen anzusprechen – sowohl aus dem professionellen als auch aus dem nicht-bezahlten Bereich.“ Dazu gehörten in der Vergangenheit Prominente wie Gunter Sachs, Rüdiger Nehberg und Arved Fuchs. Kurioses Detail am Rande: Es gibt kein offizielles Ende der Ausstellung im Hamburg-Haus (Doormannsweg 12). Pfeil: „Die Ausstellung schließt irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr.“

Das komplette Programm: www.hamburger-fototage.de
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