Kieler Straße: „Irgendwann knallt es!“

Gefährliche Straßenquerung: Betroffene Eltern und Kinder fordern eine Blitzampel. (Foto: cvs)

Raser und Rot-Ignoranten: Eltern in Sorge um ihre Kinder

Christopher von Savigny, Stellingen

"Einmal bin ich fast angefahren worden. Erst im letzten Moment hat der Fahrer gebremst“, berichtet Philip (12). Kieler Straße 195: Die gemeinsame Ausfahrt von McDonalds und der Autowaschanlage
CleanCar ist immer wieder Schauplatz für gefährliche Situationen. Das Einfädeln in den schnellen, mehrspurigen Autoverkehr – vor allem zur Hauptverkehrszeit morgens und nachmittags – ist extrem anspruchsvoll.
Gefährlich wird es immer wieder für Fußgänger, die an der Ampel an der Torstraße – nur wenige Meter davon entfernt – die Straße überqueren wollen. „Das Problem ist, dass die Fahrer beim Rausfahren nicht nach vorne gucken“, sagt Anwohnerin Martina Krusekamp-Streng. Sie und ihre Nachbarn bekommen fast täglich gefährliche Situationen mit, weil Autofahrer das Rotlicht missachten. Schon seit mehreren Jahren wehren sich die Betroffenen. „Irgendwann knallt es! Da bin ich mir sicher“, sagt Krusekamp-Streng, die sich im Namen der Anwohnerschaft für eine stationäre Blitzanlage einsetzt.
Leidtragende sind vor allem Kinder und Jugendliche, die auf der gegenüberliegenden Seite in Eimsbüttel die Schule besuchen. „Ich lasse meine Kinder nicht mehr alleine zur Schule gehen“, sagt Bianca Scheel, Mutter zweier Sprösslinge im Alter von sechs und neun Jahren.
Von den zahlreichen „Kavaliersstarts“ der Fahrer zeugt ein kleiner, steinerner Poller vor Ort – nach Angaben der Anwohner ist er seit Dezember letzten Jahres schon „mindestens viermal“ umgefahren und wieder aufgebaut worden. Einige Fahrer nähmen sogar die „Abkürzung“ an der Ampel vorbei über den Bürgersteig – für Fußgänger umso gefährlicher.
An Verbesserungsvorschlägen der Anwohner mangelt es nicht: So könne man doch den Haltestreifen der Ampel ein paar Meter nach hinten verlegen, um das Einfädeln zu erleichtern. Oder am besten gleich die gesamte Ausfahrt an die Torstraße verlegen – dann hätte man das Problem mit einem Schlag von der Backe.
Laut Polizei gab es in dem besagten Straßenabschnitt seit 2012 insgesamt 56 Unfälle mit acht Leichtverletzten. Trotzdem soll keine Blitzampel kommen – sie ist der Behörde schlicht zu teuer. Diese Woche soll eine Ortsbegehung mit Polizei und Behördenvertretern stattfinden. „Sie können versichert sein, dass wir das Problem sehr ernst nehmen“, sagt Hans-Joachim Barz, Stabsleiter im Kommissariat Troplowitzstraße.
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Michael Schulz aus Stellingen | 13.05.2016 | 11:26  
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