Keine Chance für den Bunker?

Ein Transparent mit der Aufschrift „Bunker bleibt“ hatten Mitglieder einer Initiative beim jüngsten Stadtplanungsausschuss an die Wand. Vorne rechts: Volker Bulla (Grüne). (Foto: rs)
Hamburg: Bunker Eidelstedter Weg |

Beiersdorf will das Firmengelände erweitern – der Betonklotz am Eidelstedter Weg soll weg

Reinhard Schwarz. Lokstedt.

Darf ein unter Denkmalschutz stehender Bunker abgerissen werden? Ja – zumindest nach dem Willen des Senats, der den am Eidelstedter Weg 10 gelegenen Luftschutzbunker mit seinen noch gut erhaltenen Wandmalereien und technischen Installationen aus der Kriegszeit für nicht schützenswert hält. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum der Abriss?
Die Firma Beiersdorf (Nivea, Tesa) will sich erweitern – auf der Fläche des Bunkers und eines angrenzenden Spielplatzes. Der Plan: Der Spielplatz wird bebaut, auf die frei gewordene Bunkerfläche kommt ein neuer Spielplatz.

Was sagt Beiersdorf?
„Wir wollen nicht auf die grüne Wiese gehen“, erklärte Beiersdorf-Mitarbeiter Thomas Brune im Eimsbütteler Stadtplanungsausschuss. Das Unternehmen wolle am Standort Eimsbüttel festhalten. Allerdings: „Wir können die Pläne noch nicht offiziell präsentieren“, räumte Brunes Kollege Peter Wenzel ein.

Was sagen Kommunalpolitiker?
Kritik kam von den Grünen und der Linken. „Wo sind denn die Bürger bisher informiert worden?“, fragte Stefanie Könnecke (Grüne). Sie spielte darauf an, dass die hinter verschlossenen Türen tagende Kommission für Bodenordnung den Verkauf schon abgesegnet habe. Könnecke bemängelte, dass „hier ein kulturpolitisches Idyll abgerissen wird“.
Peter Gutzeit (Linke) forderte, dass „dem Flächenfraß Einhalt geboten wird“. Beiersdorf müsse seinerseits ein Interesse am Erhalt des historischen Monuments haben, denn auch Firmen-Vorstände seien von den Nazis verfolgt worden.
Rüdiger Kuhn (CDU) warf den Kritikern hingegen vor, „Fragen auf populistische Art gestellt“ zu haben.

Wie geht es weiter?
Es soll ein formelles Bebauungsplanverfahren geben, in dessen Verlauf sich auch die Bürger äußern können.

Was der Verein Hamburger Unterwelten macht


Der Verein Hamburger Unterwelten betreut zahlreiche Bunker der Hansestadt, auch den am Eidelstedter Weg 10. Interessierte haben regelmäßig die Möglichkeit, die Kriegsbauten von innen zu besichtigen. Was sagt der Verein zu den Abrissplänen? „Es gab Gespräche zwischen Beiersdorf, unserem Verein und Bezirksamtsleiter Tors- ten Sevecke“, erklärte Sandra Latussek auf Anfrage. „Unser Vorstand hat zu dieser veränderten Sachlage noch keine Position bezogen. Ich persönlich meine aber, dass der Denkmalschutz erhalten bleiben muss.“ Sandra Latussek hatte ein Konzept für einen „Kultur-Bunker“ vorgelegt. Beiersdorf hatte dem Verein angeboten, einen anderen Bunker in der Gärtnerstraße zu kaufen. Das historisch wertvolle Wandbild könnte herausgefräst und an einem anderen Standort aufgestellt werden.
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