„Kein Verkauf an Beiersdorf!“

Sie sorgen sich um ihre Kleingärten: Michael Witzorrek (li.), Beate Meding und Andreas Glaser. Foto: cvs

Kleingärtner wehren sich gegen Aufgabe
von zwölf Hektar Fläche für den Industriekonzern

Ch. v. Savigny,Eimsbüttel/Lokstedt
Eimsbüttels Kleingärtner gehen auf die Barrikaden: Nach dem Verkauf von drei Vereinsflächen an den Kosmetikkonzern Beiersdorf (das Elbe Wochenblatt berichtete) fürchten die Laubenpieper um ihre Zukunft. „Wir hängen an unseren Gärten und wollen sie nicht verlieren“, sagt Michael Witzorrek, einer der Nutzer. Die Kleingärtner machen sich Sorgen um die zwölf Hektar große „grüne Lunge Lokstedts“, die bereits vor über 100 Jahren in Parzellen aufgeteilt wurde und damit zu den ältesten Kleingartengebieten der Hansestadt zählt. Was als nächstes kommt, weiß niemand. Konzernerweiterung? Wohnungsbau? Die Eimsbüttler Hobbygärtner fühlen sich schlecht informiert. „Man erfährt immer nur häppchenweise etwas“, so Witzorrek. Die Betroffenen haben jetzt eine Initiative mit dem Namen „Lebenswertes Lokstedt“ gegründet und eine Online-Petition gestartet.

Werkserweiterung: nichts Konkretes bekannt

Rückblick: Bis zum Sommer hatte Beiersdorf mit der Stadt den Kauf des zwölf Hektar großen Gebiets zwischen Troplowitzstraße, Veilchenweg und Stresemannallee ausgehandelt. Betroffen sind die drei Vereine „Stubbenkamp“ (Klgv 322), „Wildwux“ (Klgv 347) und „Eimsbüttel“ (Klgv 315). Offizielle Begründung ist eine mögliche Betriebserweiterung: An der Troplowitzstraße baut der Konzern bis 2021 eine neue Firmenzentrale. Die neu erworbenen Gartengrundstücke sollen als mögliche „Ersatzflächen“ dienen – konkrete Pläne gibt es dafür jedoch nicht. Die Kleingärtner dürfen ihren Grund und Boden – bis auf weiteres – nutzen wie gehabt. Doch sie trauen dem Frieden nicht. „Es kursieren Gerüchte“, sagt Witzorrek. „Das war doch ein Verkauf ohne Not!“

Landesbund: „Kleingärten sind nun besser geschützt“

Laut Dirk Sielmann, Geschäftsführer des Landesbunds der Gartenfreunde Hamburg (LGH), sind die Parzellen nach der Beiersdorf-Übernahme sogar besser geschützt als vorher, da sich der LGH das künftige Nutzungsrecht in den Vertrag habe schreiben lassen. „Ohne diese Klausel hätte es den Vertrag nicht gegeben“, erklärt Sielmann. Auch habe die ebenfalls auf dem Gelände ansässige „Plakatwerkstatt“ ein Nutzungsrecht bis 2044 zugesichert bekommen, das nicht einseitig gekündigt werden könne. Zudem sei ein Teil der Gärten in Privateigentum geblieben. „Solange auch nur einer der Eigentümer gegen eine mögliche Bebauung ist, kann dort überhaupt nichts passieren“, so Sielmann.


❱❱ www.facebook.com/lebenswerteslokstedt
❱ Diskussionsveranstaltung der Linksfraktion Eimsbüttel zum Thema Beiersdorf-Erweiterung / Kleingarten-Verkauf am Donnerstag, 2. November, um 19 Uhr im „Cafe Büchner“, Julius-Vosseler-Straße 193.
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2 Kommentare
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Kai Erkenrath aus Lokstedt | 01.11.2017 | 20:46  
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