Kein Klohäuschen: Unnapark verkommt zur öffentlichen Toilette

Der Unnapark: Eine große Wiese, ein Kinderspielplatz, viele Bäume – doch die Lütten müssen in die Büsche gehen, wenn sie ein dringendes Bedürfnis verspüren. (Foto: rs)

Viele Parkbesucher machen ins Gebüsch – Anwohnern stinkts

Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Es gibt kein Klo im Unnapark in Eimsbüttel, daher ist das Gebüsch zur öffentlichen Toilette geworden: Das stinkt Anwohnern und Parkbesuchern seit Jahren. Ein Rundgang im Klopark von Eimsbüttel.
Ein Kinderspielplatz, eine große Wiese, ein Hügel mit Bäumen zum Versteckspielen: Eigentlich ist der kleine Park zwischen Heußweg, Osterstraße und Schwenckestraße eine schöne Anlage. Wenn da nicht immer hingepuschelt würde. Eine 65-jährige Anwohnerin schildert die Lage: „Die Erwachsenen gehen in die Anlagen, um ihr Geschäft zu verrichten. Das finde ich ganz grauenvoll.“ Denn auch ihre Enkelkinder spielen gerne im Park. Auch Mohammed Alabdallah (63) ärgert sich: „Ich finde diesen Zustand eine Katastrophe.“
Ob groß, ob klein: Wer mal muss, geht einfach ins Gebüsch. Eine Mutter (37) mit ihren vier- und sechsjährigen Töchtern stört das nicht. „Wir pieschern hinterm Busch, ich sehe da kein Problem. Natürlich wäre es toll, wenn es hier eine Toilette gäbe, aber die müsste dann auch regelmäßig gereinigt werden.“
Derweil suchen Mütter und junge Mädchen als Alternative zum Gebüsch ein nahe gelegenes Café oder die Karstadt-Toiletten auf, wenn sie ein dringendes Bedürfnis verspüren.
Bis vor drei Jahren gab es eine Toilette im Park. „Das Gebäude war baufällig, eine Sanierung nicht wirtschaftlich darstellbar“, erklärt Bezirksamtssprecherin Aileen Röpcke. An der Ecke, wo das Häuschen stand, wurde für knapp 100.000 Euro eine Betonrampe gebaut, damit Gehbehinderte den Park von der Osterstraße aus einfacher erreichen können.
Ein Ersatz für das alte Klohaus sei nicht geplant: „Für einen Neubau sowie für die laufende Unterhaltung stehen keine Haushaltsmittel zur Verfügung“, so Röpcke. Vor zwei Jahren hieß es noch, dass das öffentliche Toilettenhäuschen vor dem Bezirksamt am Grindelberg in den Unnapark verfrachtet wird. Davon ist nun keine Rede mehr.
Immerhin: Der Unnapark ist vergleichsweise sauber. Täglich reinigt ihn ein 87-Jähriger – ehrenamtlich, ohne Bezahlung.


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