Kein „Kinderparadies“ mehr im Florapark

Da war die Welt noch in Ordnung: im „Kinderparadies“ im Florapark. Zum Konzept gehört das Spielen in der freien Natur. (Foto: Aktion Kinderparadies)

Betreuungsverein findet kein qualifiziertes Personal

Reinhard Schwarz, Sternschanze – Aus für die Kinderbetreuung im Florapark: Im August hat sich die Aktion Kinderparadies vom Spielplatz im Florapark verabschiedet. „Wir haben die Betreuung eingestellt, weil wir dort keine Betreuerinnen mehr bekommen“, erklärte Kinder-paradies-Geschäftsführerin Elisabeth Wierich. Jeweils von montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr wurden Mädchen und Jungen unter sechs Jahren von mindestens zwei Fachkräften betreut. Vorbei: Nach mehr als 25 Jahren verschwindet eine pädagogische Einrichtung aus dem Schanzenviertel.
Die Ursachen dafür sind vielfältig, erläutert Wierich: „Kitas oder Schulen zahlen auch unqualifiziertem Betreuungspersonal entweder 450 Euro oder Stundenlöhne von rund zwölf Euro.“ Das könne das Kinderparadies seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht bieten, so Wierich. Diese erhielten bisher lediglich eine Aufwandsentschädigung über die Eltern. Der Verein finanziert sein Angebot aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und einer geringen Unterstützung durch die Stadt für Sachkosten und eine pädagogische Teilzeitkraft.
Das Problem hat noch eine andere Seite: Viele Eltern können sich eine Betreuung im Kinderparadies nicht mehr leisten. Wierich: „Die Eltern können die Kosten bei uns nicht über einen Kita-Gutschein einwerben und müssen alles selbst bezahlen.“ Zuletzt musste der Verein den Beitrag auf 1,50 Euro pro Stunde und Kind anheben, um kos-tendeckend zu arbeiten. Viele Eltern wechselten daher zu staatlich geförderten Kitas, wo sie für das zweite Kind jeweils nur ein Drittel oder gar nichts zahlen müssen.
Mit dem Aus für die Kinderbetreuung verschwindet auch ein Aktivposten, um den durch vermehrten Drogenhandel wieder in die Negativ-Schlagzeilen geratenen Florapark stärker zu beleben. Die Politik verspricht derweil Unterstützung. Laut Stefanie Wolpert (Grüne) seien zahlreiche Aktionen für den Park angelaufen. „Wir sind für Gespräche offen, um die Betreuung im Florapark fortzusetzen“, erklärt Gregor Werner (SPD). Elisabeth Wierich zufolge suche das Kinderparadies in Gesprächen mit der Sozialbehörde nach einer Lösung.
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