Kein Geld für das Theater N.N.

Noch bis zum 4. Mai wird im Theater N.N. gespielt - sehenswert ist das Storm-Stück „Da muss was Lebiges hinein“. (Foto: Arash Beigi Khusani)

Förderung beantragt: SPD lehnt ab, CDU und Grüne haben Bedenken, nur die Linke ist dafür

Das Theater N.N. richtet sich auf die Schließung ein. Bis zum 4. Mai wird noch gespielt im Hellkamp 68, dann geht es ans Ausräumen. Es sieht nicht so aus, als würde sich das Blatt noch wenden. Ein Förderantrag an den Bezirk – der letzte Rettungsanker – hat voraussichtlich keinen Erfolg. Die SPD-Fraktion will kein Geld für das Theater locker machen. Auch die CDU hat Bedenken, die Grünen halten sich bedeckt.
Zur Erinnerung: Die Kulturbehörde stellt die Förderung des Theaters – bisher 30.000 Euro pro Saison – Ende Juni ein. Hauptargument: mangelnde Zuschauerzahlen. Die Behörde fordert 50 Prozent Auslastung, das N.N. erreichte 46 Prozent. Die Gastspiele des N.N. im Römischen Garten in Blankenese – stets zu 100 Prozent ausgelastet – wurden dabei nicht berücksichtigt.
Eine Förderung vom Bezirk wäre die letzte Möglichkeit, um am Hellkamp weitermachen zu können. Dieter Seidel, Gründer und Leiter des Theaters N.N., hat 36.000 Euro aus sogenannten bezirklichen Sondermitteln beantragt. Damit wäre im Wesentlichen die Miete abgedeckt. „Eine kleinere finanzielle Spritze würde nichts klären“, so Seidel.
Um mehr Zuschauer zu locken, will Seidel das Programm erweitern – zum Beispiel um Musikveranstaltungen. Zudem werden Kooperationen vorgeschlagen, etwa mit Schulen. Dies sind Punkte, die vor allem die SPD- und GAL-Fraktion eingefordert hatten, um dem Theater N.N. eine Chance zu geben. Überzeugt haben die Vorschläge offenbar nicht.
Mechthild Führbaum (SPD): „Wir haben keine Möglichkeit, das Theater zu finanzieren.“ Der Bezirk habe nicht das Geld. Zudem sei das Konzept nicht überzeugend. „Wir sehen keinen Ansatz, wie sich das Theater wirtschaftlich auf Dauer tragen kann.“ Der grüne Koalitionspartner hat sich noch nicht festgelegt, positive Signale gibt es aber bisher nicht. Auch die CDU hat Bedenken: „Es sind ein paar Fragen offen geblieben, die noch geklärt werden müssen“, so Carsten Ovens. Einzig die Linke will sich für die Förderung stark machen – aber das dürfte nicht reichen.
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 21.04.2013 | 19:04  
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