Katholische Schule: Immer noch keine Fluchttreppe

Detlef Klose und Maika Gesien haben Angst um die Kinder der Katholischen Schule Am Weiher. In einem Altbau (im Hintergrund) fehlt immer noch eine vorgeschriebene Fluchttreppe.

Schule Am Weiher: Im Sommer sollte eine Rettungstreppe gebaut werden – Eltern werden immer wieder vertröstet

Im Sommer wurde an der Katholischen Schule Am Weiher gebaut. Neue Räume sind im Dachgeschoss eines Altbaus entstanden. Auch eine vorgeschriebene Rettungstreppe (siehe unten) sollte schon längst fertig sein. Ist sie aber nicht. Eltern fühlen sich mittlerweile ziemlich verschaukelt von den Schulverantwortlichen, da die Termine immer wieder verschoben wurden.
Rückblende: Im Frühjahr versprach der Katholische Schulverband, dass bei den anstehenden Umbauten auch gleich die geforderte Rettungstreppe errichtet wird. Diese ist lebenswichtig, da es in dem Altbau der Schule nur einen Fluchtweg für die Schüler – nämlich das Treppenhaus – gibt. Wenn es brennt, kämen Kinder womöglich nicht rechtzeitig aus dem Gebäude raus. Eine Gefahr, auf die die Retter schon vor Jahren hingewiesen haben. Eltern kämpfen schon seit mehr als eineinhalb Jahren für den Bau der Treppe. Aber es dauert und dauert.
„Erst hieß es, die Treppe wird im Sommer gebaut, dann sollte es in den Herbstferien passieren, getan hat sich bis jetzt immer noch nichts“, kritisiert Detlef Klose, dessen Kinder in die dritte Klasse gehen.
Woran liegts? Laut Katholischem Schulverband wurde noch einmal umgeplant. An sich sollte erst eine vorläufige Rettungstreppe errichtet werden – für etwa 80.000 Euro. Da die benachbarte Kita neu gebaut wird, hätte erst nach deren Fertigstellung eine dauerhafte Fluchttreppe am Schulgebäude errichtet werden können – für nochmal gut 100.000 Euro. Zu teuer. Nun geht es so: Es wird gleich eine feste Treppe gebaut, diese wird aber später – wenn der Kita-Neubau steht – noch einmal umgestellt. Um diesen Clou auszuhecken, brauchten die Planer Zeit. Christoph Schommer, Sprecher des Katholischen Schulverbands: „Der Auftrag für eine feste Rettungstreppe wurde erteilt. Bis Ende des Jahres soll diese fertiggestellt sein.“
Klose mag daran noch nicht glauben: „Es wurden so viele Versprechen gebrochen, da fehlt dann das Vertrauen.“ Zudem steht bald die Adventszeit an, dann brennen in den Räumen auch Kerzen. Der Vater hat Angst: Es könnte etwas passieren – und dann kommen die Kinder nicht rechtzeitig raus.

Altbau und Umbau

Wieso ist die Rettungstreppe eigentlich jetzt nötig und war es Jahrzehnte vorher nicht? Das hängt mit dem Ausbau des unter Denkmalschutz stehenden Altbaus zusammen. An sich ist das Gebäude so, wie es ist genehmigt und kann genutzt werden – zusätzliche Fluchttreppe hin oder her. Da im Dachgeschoss aber Räume ausgebaut wurden, gelten nun die aktuellen, strengeren Vorgaben für Brandschutz – und nicht mehr die alten, laxeren. Heutzutage ist zwingend ein zweiter Fluchtweg vorgeschrieben.
Kurios: Das Dachgeschoss könnte bereits genutzt werden, wenn es eine Fluchttreppe gäbe. Da sie aber fehlt, bleiben die frisch ausgebauten Räume noch auf Monate gesperrt.
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