Katholische Schule Eimsbüttel: Kinder in Gefahr?

In Sorge um die Kinder in der Katholischen Schule Am Weiher: Detlef Klose und Maika Gesien kritisieren, dass es an diesem Schulgebäude keinen zweiten Fluchtweg gibt. Falls es brennt, kämen Schüler aus den oberen Stockwerken möglicherweise nicht rechtzeitig raus.

Schule Am Weiher: Eltern kritisieren jahrelang verschleppte Planung für einen zusätzlichen Fluchtweg

Zwist in der Katholischen Schule Am Weiher: Eltern sind in Sorge um ihre Kinder und werfen Schulleitung und Schulverband vor, den Bau einer notwendigen Rettungstreppe seit Jahren zu verschleppen. Die Verantwortlichen weisen das zurück (siehe Kasten).
Der strittige Altbau der Katholischen Schule steht etwas ver-
steckt hinter der Kirche St. Bonifatius in Eimsbüttel. Es gibt nur eine schmale Zufahrt zu dem Gebäude, offenbar zu eng für Löschfahrzeuge. Wenn es brennt, bräuchte die Feuerwehr vergleichsweise lang, um an das Gebäude heranzukommen und Kinder zu retten. Schlimmer noch: Es gibt außer dem Treppenhaus keinen weiteren Fluchtweg aus dem vierstöckigen Gebäude. Kommen Kinder aus den oberen Etagen bei einem Feuer nicht rechtzeitig raus? Eltern befürchten das und versuchen seit vorigen Sommer, den Bau einer zusätzlichen Fluchttreppe durchzusetzen. Sie recherchierten, fragten nach und wurden immer wieder vertröstet. „Wir haben den Eindruck, dass das nicht so wichtig genommen wird“, sagt Detlef Klose, dessen Kinder in die zweite Klasse der Schule gehen.
Die Eltern fanden mit mühseligen Recherchen heraus, dass es bereits 2008 eine Empfehlung der Feuerwehr zum Brandschutz gab. „Seitdem ist der Schulleitung bekannt, dass die Sicherheit im Falle eines Brandes dort als unzureichend bis mangelhaft anzusehen ist“, so Klose. Doch es tat sich jahrelang nichts. Als die Eltern nun immer drängender nachfragten, wurden sie sowohl von der Bauaufsicht im Bezirksamt als auch von der Baureferentin des Schulverbands gebeten, dies zu unterlassen.
Die Feuerwehr mag offiziell nichts sagen zum Brandschutz, auch das Bezirksamt Eimsbüttel, die zuständige Bauaufsicht, äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht. In einer Richtlinie zum Schulbau steht klipp und klar, dass „mindestens zwei voneinander unabhä̈ngige Rettungswege zu Ausgä̈ngen ins Freie oder zu notwendigen Treppenrä̈umen“ vorhanden sein müssen. Heißt: Außer dem Treppenhaus ist ein weiterer Fluchtweg Pflicht.

Das sagt der Schulträger

Christoph Schommer, Sprecher des Katholischen Schulverbands: „Das Gebäude ist in einem genehmigten Zustand, es gibt keine Mängel, die behoben werden müssen.“ Gleichwohl ist eine zusätzliche Rettungstreppe nach außen geplant. Sobald diese schriftlich vom Bezirksamt Eimsbüttel genehmigt sei, soll es losgehen. Nächster Termin zum Einbau sind laut Schommer die Sommerferien.
Die Schule wird offenbar erst jetzt aktiv, da im Gebäude das Dachgeschoss für den Ganztagsbetrieb ausgebaut werden soll. Und dafür, so Schommer, muss es eine weitere Außentreppe geben. Zudem inspiziert die Feuerwehr das Gebäude dieses Jahr erneut. Der Sprecher des Schulverbands betont jedoch: „Wir haben nichts verschleppt. Die Planungen für eine Außentreppe gibt es seit etwa einem Jahr.“
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